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Im deutschen Reich · 1897-12-01 · Heft 12 (Dezember 1897) · p. 631

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 12 (Dezember 1897)
Article
Berlin
Date
1897-12-01
Page
631 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 631 <rb gelehnten Arbeiten stehen ihren Autoren, sobald sie das Motto angegeben, zur Verfügung. Desgleichen können sie auf ausdrücklichen Wunsch eine Abschrift des Kommissionsbeschlusses erhalten. Zu stürmischen Szenen kam es am 26. November in dem Hotel Imperial, wo sich eine Versammlung mit dem Zionismus beschäftigte. Eine acht Tage vorher. stattgehabte Versammlung, in welcher Rabbiner Di*. Vogel st ein- Stettin über dasselbe Thema gesprochen hatte, war von den Zionisten mehrfach gestört worden. In der Versammlung am 26. November trat außer dem Referenten Professor Dr. Schapiro - Heidelberg und dem in Jaffa ansässigen Dr. Loewe, der gegenwärtig Westeuropa bereist, um Propaganda -für die Kolonisation Palästinas durch die Juden zu machen, befonders Redakteur S i l b e r g l e i t für den Zionismus im Sinne der Ausführungen ein, die Max Nordau und Dr. Theodor Herzl, der Verfasser des „Judenstaates", im September d. I. auf dem Zionisten-Kongreß in Basel gemacht hatten. Ihm opponierten namentlich Dr. R i e g e r - Potsdam und Dr. meä. KurtPariser, während Dr. H. Hildesheimer, der Herausgeber der „Jüd. Presse", eine Mittelstellung einnahm. Die Gegensätze platzten so stark aufeinander, daß die Verhandlungen zeitweilig unterbrochen werden mußten. Eine Resolution wurde nicht gefaßt. Der Schankwirth Witte wurde, als er vor einiger Zeit mit seinem Schwager in nächtlicher Stunde noch ein hiesiges Bierlokal betrat, von einem Gaste mit der Frage angeulkt, „ob er etwa Jude sei". Witte, der kein Jude ist, antwortete scherzhaft: „Manchmal ja," worauf die Beiden im Nu umringt wurden, die Rufe „Juden raus!" und „Ah lw ardt hoch!" ertönten und absichtlich oder unabsichtlich W. mit Bier begossen wurde. Plötzlich schwirrten Bierseidel durch die Lust nach den beiden Bedrohten. W. wurde durch einen solchen Wurf an der Backe verletzt; er wurde dann auch noch gewaltsam aus dem Lokal entfernt. Da er seinen Schwager in Gefahr glaubte, wollte er wieder hineindringm, und als ihm dies nicht gelang, soll er aus Wuth die Scheibe einer Glasthür mit seinem Stock zertrümmert haben. In der am 22. November stattgehabten Schöffengerichtsverhandlung meinte der Staatsanwalt, daß dem Witte übel mitgespielt worden sei, und er sprach die Hoffnung aus, daß die beiden Angeklagten, der Privatbeamte E n ck e und cand. phil. Stephan, Scham über ihr Verhalten an jenem Abend empfinden würden. Es sei festgestellt, daß Stephan mit einem von ihm geworfenen Bierseidel die Verletzung des Witte verursacht habe, Encke dagegen zwar geworfen, aber nicht getroffen habe. Letzterer

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