Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1897)
- Article
- Berlin
- Date
- 1897-12-01
- Page
- 630 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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«30 Im deutschen Reich. Wissens bei dem Gardekorps überhaupt zum ersten Male geschah. Unter Führung eines Offiziers, mehrerer Feldwebel und Unteroffiziere fanden sich gestern Mittag ca. neunzig Soldaten in der festlich erleuchteten Synagoge (der Gemeinde Adaß Israel) ein, in welcher außer ihnen nur noch die Vorsteher und die Beamten der Gemeinde anwesend waren." —- Wie die Zeitung „Neue Zeit" berichtete, hat an demselben Tage auf Wunsch des in Charlottenburg garnisonirenden König-Elisabeth-Garde-Grenadier-Regiments für die daselbst eingetretenen Rekruten jüdischen Glaubens in der Charlottenburger Synagoge in Anwesenheit zahlreicher Gemeindemitglieder ein mit Rücksicht auf die bevorstehende Vereidigung veranstalteter feierlicher Gottesdienst stattgefunden, bei welchem Herr Rabbiner Dr. Hahn eine sehr eindringliche Predigt hielt. An Stelle des verstorbenen Herrn Stadtraths Borchardt wurde Herr Rudolf Mosse zum Vorsitzenden des Vorstandes der jüdischen Reformgemeinde gewählt. Das Andenken des dahingeschiedenen Geheimraths Professor Dr. G o l d s ch m i d t wurde sowohl in der „I n t e r n a L i o n a l e n Vereinigung für vergleichende Rechtswissenschaft" als auch von der hiesigen „Juristischen Gesellschaft" würdig gefeiert. In der erstgenannten Vereinigung hielt Professor vr. Pappenheim aus Kiel die Gedenkrede. Bei der Gedenkfeier, welche am 15. November in der „Juristischen Gesellschaft" abgehalten wurde, war u. A. auch der Kultusminister Dr. Bosse anwesend. Der Vorsitzende, Reichsbankpräsident vr. Koch, rühmte die Verdienste Goldschmidt's um die Juristische Gesellschaft, sowie um die Entwickelung der Handelsrechtswissenschaft. Sodann entrollte Justizrath Dr. Riesser ein Lebensbild Goldschmidt's und würdigte seine wissenschaftliche Bedeutung in eingehender Weise. Auf das in Nummer 34 der ,Mittheilungen vom Deutsch- Israelitischen Gemeindebunde" im Juli v. I. erlassene Preisausschreiben betreffend die Schulbearbeitung der „Ethischen Sätze" sind zehn Arbeiten eingegangen, von denen die eine, weil der Autor an der Spitze seinen Namen genannt hat, nicht berücksichtigt werden durfte. Von den durch das Preisrichterkollegium geprüften Bearbeitungen hat keine einzige den gestellten Bedingungen genügt, und das Preisgericht sah sich zu seinem Bedauern nicht in der Lage, einen der drei ausgesetzten Preise zu vertheilen. Eine Kritik der neun Arbeiten wird in den nn Dezember d. I. erscheinenden „Mittheilungen Nr. 46" veröffentlicht; an gleicher Stelle werden später die Bedingungen für die Erneuerung des Ausschreibens bekannt gegeben werden. Die