Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 11 (November 1897)
- Article
- G. H. Chemnitz
- Date
- 1897-11-01
- Page
- 581 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 581 einer, so hat er einen Ehrenplatz in einem antisemitischen Kalender verdient." I. 8«, München. Wir begreifen, daß Sie sich über das „Erste Wiener Herren- und Knaben - Etablissement zum Matrosen" ereifern, dessen Reklame-Zettel unter anderen Bildern auch dasjenige des antisemitischen Bürgermeisters Carl Lueger aufweisen. Diese „Vorurtheilslosigkeit", welche von antisemitischer Seite dem „jüdischen Geschäftsgeist" zugeschrieben wird, halten wir aber nur für eine Gedankenlosigkeit, weil wir bei einem Fall, der sich in Berlin mit ähnlichen Reklame - Zetteln vor einiger Zeit abspielte, erfahren haben, daß solche Reklamen auf masienhaft zu den billigsten Preisen beschaffte Bilderkarten gedruckt werden, ohne daß Besteller und Drucker auf die Bedeutung der Bilder irgend einen Werth legen. Kücherscharr. Jüdischer Volks- und Hanskalender für das Jahr 1898. Mit einem Jahrbuch zur Belehrung und Unterhaltung. Herausgegeben von Dr. M. Brann. Breslau 1897. Druck und Verlag von Th. Schatzky, Buchdruckerei. Preis 1 Mk. 25 Pf. 80. 74 u. 118 S. Der vorliegende Kalender enthält in seinem ersten Theile ein jüdisches und christliches Kalendarium, eine „Tafel des Beginnes der Nacht an sammtlichen Sabbathen, Fest- und Fasttagen des Jahres 5658", astronomische Bemerkungen, die Geburtstage der regierenden deutschen Herrscher und ihrer nächsten Verwandten, die Porto-Ta;e der Post und den Gebühren-Tarif für Telegramme, Verzeichnisse der Messen und Jahrmärkte im Deutschen Reich rc. Der zweite Theil, „das~ Jahrbuch für Belehrung und Unterhaltung", bringt außer einer gemüthvollen Novelle und einer an der Bahre des Königsberger Rabbiners Dr. Isaak Bamberger gehaltenen Rede auch zwei interessante für weitere Kreise berechnete Abhandlungen aus der Kulturgeschichte des Judenthums. Der Herausgeber des Kalenders macht in einem Aufsatz „Zur Centenarfeier der deutschen Predigt in der Synagoge" darauf aufmerksam, daß, wenn man von einigen Reden absieht, die kein geringerer als Moses