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Im deutschen Reich · 1897-11-01 · Heft 11 (November 1897) · p. 580

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 11 (November 1897)
Article
Z. L., Hamburg
Date
1897-11-01
Page
580 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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580 Im deutschen Reich. war er ein Jude, so hat er in bedauerlicher Weise übersehen, daß wir von Andersgläubigen Achtung unseres Glaubens verlangen, aber auch ihren religiösen Anschauungen Achtung erweisen müssen. D. 3., Hamburg. Die von Ihnen in einem norddeutschen Blatte gelesene Geschichte durchläuft die antisemitische Presse. Da heißt es, in der Ihnen bekannten Version, daß gegen einen Juden in einer norddeutschen Stadt wegen Beleidigung der Mitglieder des dortigen deutsch-sozialen Vereins eine Klage angestrengt worden sei und daß der Jude ein Mitglied jenes Vereins, welches ihm eine nicht unbeträchtliche Summe schuldete, durch Drohungen zur Zurückziehung der Klage veranlassen wollte. Das betreffende Mitglied, ein biederer Schmiedemeister, habe darauf einen angesehenen Vereinsgenossen besucht, der ihm sofort die nicht ganz unbeträchtliche Summe unzinsbar vorstreckte. Als der Jude sein Erstaunen äußerte, woher seinem Schuldner das Geld geworden wäre, erwiderte derselbe: „Ja, so sind wir im Reformverein, da steht einer dem andern bei." Da soll Markus ein säuerliches Gesicht gemacht und gesagt haben: „Js doch 'n komischer Verein!" — Die Geschichte hat aber dem Vernehmen nach eine weit drolligere Pointe. Daß der wackere Schmiedemeister das Geld von dem wohlhabenden Vereinsmitglied auf Grund der erwähnten Angabe erbeten und erhalten hat, soll stimmen, bezahlt aber soll er den Herrn Markus mit der dem antisemitischen Gesinnungsgenossen entlehnten Summe zunächst noch nicht haben, — weil dieser, der auf die Klagezurückziehung eines Einzelnen gar keinen Werth legen konnte, ihn niemals bedroht hat. „Js doch 'n komischer Verein." Ä. M., Frankfurt a. M. Lassen Sie sich künftig von der Benutzung des heilkräftigen Sprudels und Mühlbrunnens nicht abhalten. Weil am 9. Oktober der Karlsbader Turnverein mit 64 von 71 Stimmen beschlossen hat, daß nur Deutsche arischer Abstammung Vereinsmitglieder sein können, ist Karlsbad noch lange nicht antisemitisch verseucht. Den Einnahmen gegenüber, die ihnen jüdische Badegäste verschaffen, lassen übrigens sicher selbst diese exklusiven Karlsbader Turner das non ölet! gelten. G. H. Chemnitz. Der Antisemiten-Kalender für 1898 wird keinen großen Schaden anrichten. Derselbe verzeichnet komischer Weise neben den Geburtstagen eines Karl d. Gr., Friedrich d. Gr., Kant, Wilhelm I., Moltke u. s. w. diejenigen der antisemitischen Abgeordneten Zimmermann, Werner und Liebermann v. Sonnenberg. Dies veranlaßte die „Danziger Zeitung" zu der treffenden Bemerkung: „Daß man Ahlwardt vergessen hat, finden wir nicht schön. Wenn irgend

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