Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 11 (November 1897)
- Article
- Mannheim
- Date
- 1897-11-01
- Page
- 570 (sequence 1)
- Language
- German
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$70 Im deutschen Reich. X Mannheim, 1. November. Dem hier im 53. Lebensjahre dahingeschiedenen, vielfach verdienten Verleger der „Neuen Bad. Landeszeitung, Siegmund Bensheimer, widmete das genannte Blatt einen ergreifenden Nachruf. Bei der am 17. Oktober unter zahlreicher Theilnahme stattgehabten Beerdigung pries Rabbiner Dr. Stellmacher das arbeits- und segensreiche Leben des Verstorbenen. Sodann sprachen der Obmann des Stadtverordneten- Dorstandes, Mar Stockmann, der Stadtverordneten-Vorsteher Fulda, die Redakteure Dr. Gerard und Becker. II! Amsterdam, 1. November. Die Fabel von dem Reichthum der Juden wird durch eine Zusammenstellung widerlegt, welche sich in dem kürzlich veröffentlichten Werke des Direktors des hiesigen Statistischen Bureaus, Dr. Falkenburg, findet. Danach genießen z. B. im Haag auf je 1000 Mitglieder jeder Konfession bei den Protestanten 41,7, bei den Katholiken 55,9, bei den Juden hingegen 98,3 Armenunterstützung. Nereinsrrachrichlen. '^Die Reihe der für das Winterhalbjahr 1897, 98 in Berlin in Aussicht genommenen zahlreichen Vortrags - Versammlungen wurde durch eine am 21. Oktober d. I. im Saale der Pfefferberg- Brauerei, Schönhauser Allee 176, von den im Norden und Nordosten wohnhaften Vereinsmitgliedern veranstaltete, sehr gut besuchte Gruppenversammlung würdig eingeleitet. Nachdem Herr Robert Wohlberg die Anwesenden mit schwungvollen Worten begrüßt hatte, hielt Herr Dr. med. Julius Moses einen mir lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über „Kultur und Judenthum". Der Vortragende knüpfte an das Beispiel des greisen Rabbi Jochanan ben Sakkai an, der sich aus der hart bedrängten, belagerten Zionsftadt rettete, um nach der Zerstörung derselben und dem Untergange des jüdischen Staates den Geist des Judenthums durch das Studium der Gottes- und Sittenlehre reiner und unverwüstlich aufblühen und fortleben zu lassen. Von jener Zeit an bildete die Bibel das Palladium der Juden; sie machte dieselben zu einem Schrift- und Bildungsvolk und gestaltete ihnen jede neue Heimath zum Vaterland. Ihre Religion bildete für sie den Ausgangspunkt aller Wiffenschaften und machte sie auf vielen wissenschaftlichen Gebieten zu Lehrern anderer Völker. Der Redner wies