Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 11 (November 1897)
- Article
- Eschwege
- Date
- 1897-11-01
- Page
- 566 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316624-2316635--03234-2321477- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
566 Im deutschen Reich. sammlung der Antisemiten des Wahlkreises Eschwege - Witzenhausen- Schmalkalden als Kandidat für die 1898 bevorstehenden Reichstagswahlen Pastor Jskraut wieder aufgestellt. Prediger Ausfeld sprach die Erwartung aus, daß Konservative, Nationalliberale und Bund der Landwirthe die Kandidatur unterstützen würden. Daß sich diese Erwartung erfüllt, scheint aber sehr zweifelhaft, da der .intimste Freund des antisemitischen Kandidaten, der Berliner Stadtverordnete Pretzel, öffentlich die Aeußerung gethan hat: „Da ist dann der Ungehorsam gegen die Behörden. Die Sache ist die: „Jskraut ist heute nach oben nicht mehr der richtige Mann." Der antisemitische „Deutsche Jugendbund" in Kassel hatte s. Z. Jskraut zum Ehrenmitglied gemacht; dem „Volksblatt für Hessen" zufolge erklärte aber in der letzten Hauptversammlung ein Redner, daß Herr Jskraut nach seinem jüngsten Verhalten in Hessen weder ein Christ noch ein Deutscher sein könne, und trat für unbedingte Aberkennung der Ehrenmitgliedschaft Jskrauts ein. Diesem Antrag wurde dann einstimmig Folge gegeben. <j> Düsseldorf, 1. November. Nach dem diesjährigen Berichte des hier bestehenden Vereins zur Verbreitung und Förderung der Handwerke unter den Juden sind im letzten Berichtsjahre 24 Lehrlinge neu ausgenommen worden und standen 96 Lehrlinge unter der Obhut des Vereins. Im Lehrlingsheim zu Düsseldorf waren 22, in dem zu Köln 17 Lehrlinge untergebracht. Ihre Lehrzeit beendeten 26 Lehrlinge. Die in Düsseldorf* untergebrachten Lehrlinge erhielten zwei Mal wöchentlich Unterricht in den Elementarfächern, außerdem besuchten sie die städtische Fortbildungsschule, bezw. gewerbliche Zeichen- und Fachschule. Die Zahl der Anmeldungen armer Knaben bei dem Verein ist in steter Zunahme begriffen. - Bremen, 8. November. Im Alter von 59 Jahren ist hier der erste Vorsteher der hiesigen israelitischen Gemeinde, der Kaufmann Gerson Bloch, am Herzschlage gestorben. Der Dahingeschiedene, der sein Vorsteheramt 17 Jahre hindurch mit großer Hingebung verwaltete, auch seit mehreren Jahren dem Central-Verein d. St. j. Glbs. als Mitglied angehörte, erfreute sich in den hiesigen christlichen und jüdischen Kreisen großer Beliebtheit, der es zuzuschreiben war, daß sich sein Leichenbegräbniß weit imposanter gestaltete als das irgend eines Glaubensgenossen. Lp München, 1. November. Wie die „Münchener Allg. Ztg." meldete, wurde in der am 13. Oktober in Nürnberg unter dem