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Im deutschen Reich · 1897-10-01 · Heft 10 (Oktober 1897) · p. 525

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 10 (Oktober 1897)
Article
G. G. Berlin
Date
1897-10-01
Page
525 (sequence 2)
Language
German
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Briefkasten der Redaktion. 525 gesagt wurde: „Wenn sich doch irgend ein Wirth, welcher ein größeres schönes Gartenlokal sein eigen nennt, dazu entschließen möchte, die antisemitische Fahne aufzuziehen; eL würde jedenfalls sein Schaden nicht sein". Zwei Tage später war an derselben Stelle zu lesen: „Unter höflicher Bezugnahme auf den Artikel unter dieser Rubrik in in Nr. 411L vom 3. d. Mts. Lheile ich Ihnen ergebenst mit, daß ich ein großes, schönes Gartenlokal in Tempelhof besitze, daß ich voll» ständig im Sinne der Ausführungen des Herrn 6. M. leite. In meinem Lokals weht die antisemitische Flagge; nur deutsche Familien verkehren dort; für Juden ist es geschlossen." — Daß der Einsender des langen Briefes dem Einsender des Inserats völlig fremd sein sollte — Credat Judaeus! N. 8. Magdeburg. Das dortige Antisemitenblatt „Sachsen-, schau" rühmt sich großer Erfolge; allzugroß scheinen dieselben aber nicht zu sein, denn gleichzeitig bittet es flehentlich, es wenigstens durch ein Abonnement zu unterstützen, „denn die paar Pfennige Bezugsgeld bringen indirekt 1000faltige Zinsen". — Wohl sehr indirekt?' A. M. Erfurt. Ihr Mitbürger, der Strumpfwaaren-Fabrikant. Georg Koch, Erfurt 9, veröffentlichte in einem hiesigen Anti-, semitenblatte das Folgende: „Es wurden mir vor einiger Zeit von. der Judenfirma Mendelssohn u. Levy, Berlin C., Heiligegeiststr. 15,. ohne jede Anregung meinerseits zwei Kartons Strumpfwaaren gesandt. Um diese ohne große Kosten wieder loszuwerden, übergab ich die beiden Kartons einem hiesigen Spediteur und schrieb an die Judenfirma, natürlich unfrankirt. Von dem Spediteur hat die Judenfirma gegen Erstattung einer ziemlichen Summe (40 Tage Lagergeldä 50 Pfg. — 20 Mk. und Spesen) ihre Kartons zurückerhalten." — Wie uns mitgetheilt wurde, haben die Herren M. u. L. allerdings dem-, ihr empfohlenen Erfurter Strumpswaaren-Fabrikanten, deffen politisches. Glaubensbekenntniß ihnen unbekannt war, unaufgefordert Muster ge-, sandt, was viele Geschäftsleute thun, wenn sie mit einer ihnen empfohlenen Firma eine Verbindung anknüpfen wollen, selbstverständlich, in der Absicht, die Muster auf eigene Kosten wieder zurückzunehmen.. Da der Erfurter Spediteur Julius König keineswegs 20 Mk. und Spesen, sondern nur 1,05 Mk. Lagergeld berechnete, ist die „Judenfirma" nicht so schwer geschädigt worden, als beabsichtigt gewesen zu. sein scheint, und sie hat die genauere Bekanntschaft mit Herrn Koch, nicht allzutheuer bezahlt. E. B. Görlitz. In der Briefkasten-Notiz (Heft 3 S. 456) sind- — wie aus dem auf der ersten und dritten Zeile vorhandenen leeren Raum zu ersehen — leider zwei Worte ausgefallen. Dadurch.

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