Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1897)
- Article
- Vereinsnachrichten / A. L.
- Date
- 1897-10-01
- Page
- 523 (sequence 2)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 52S Anzahl bedeutender Künstler und Schriftsteller zu einem Abschieds- Bankett. Das „Berl. Tagebl." bemerkte bei dieser Gelegenheit: „In Moszkowski verliert Berlins Gesellschaft einen ihrer geistvollsten und liebenswürdigsten Genossen, Berlins Kunstwelt einen Künstler, dessen Schöpfungen ihm ein dauerndes Andenken wahren. Das gestrige Fest zeigte, welche Sympathien Moszkowski in Berlin errungen hat. Mögen die Wünsche seiner Freunde, daß der scheidende Künstler in Paris stets das erhoffte Glück finden, aber doch bald nach Berlin zurückkehren möge, in Erfüllung gehen." — Im Uebrigen ist der Verein im erfreulichsten Aufschwung begriffen. Die überaus rührige Berliner Gruppe N. u. NO. nimmt ihre Thätigkeit bereits am Donnerstag, den 21. d. Mts. mit einer Versammlung auf, für welche Herr Dr. Jul. Moses einen Vortrag über „Kultur und Judenthum" zugesagt hat. — Dank der regen Thätigkeit einzelner Herren Vertrauensmänner hat der Verein in dem Monat September wieder eine größere Anzahl neuer Mitglieder in Posen, Grätz, Elbing und Gießen gewonnen. In der Stadt Posen ist dadurch die Zahl der Mitglieder auf 570 gestiegen. A. L. Briefkasten der Redaktion. G. R. Berlin. Wir fanden in der antisemitischen „Deutschen Wacht" am 25. September nachstehende Notiz: „Fast soviel studierte Juden wie jüdische Börsianer. Das will eigentlich viel sagen, ist aber thatsächlich so, denn die „Allg. Israel. Wochenschrift" klagt: „Die Zuvielerzeugung an Intelligenz unter den Juden ist eine schreckliche geworden; es giebt jetzt fast soviel studirte Juden wie jüdische Börsianer. Dem Handwerk und Ackerbau widmen sich noch gegenwärtig die wenigsten Söhne mittelmäßig begüterter jüdischer Bürger, und die Zahl des modernen intelligenteren Proletariats ist nicht geringer als die der talmudisch gebildeten Bettler und Landstreicher es vor einem halben Jahrhundert war." — Hätte das ein Blatt unserer Richtung geschrieben, so wäre vermut hlich der jüdische Denunziantenverein mit seiner freisinnigen Schutztruppe alsbald tapfer dagegen „eingeschritte n". Der Wahrheit aus jüdischem Munde gegenüber verhalten sich die sonst um „statistische Nachweise" nie verlegenen Herren klug zurück. Das