Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1897)
- Article
- Posen
- Date
- 1897-10-01
- Page
- 517 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 517 inzwischen verstorbenen Stifter schienen die dabei erzielten Resultate nicht günstig genug; er trug sich deshalb mit der Absicht, die Mädchen überhaupt von dem Genuß der Stiftung auszuschließen und dieselbe nur auf Knaben zu beschränken. Da aber die Gemeinde Jarotschin schon ohnedies den auf sie entfallenden Zinsantheil nicht aufbrauchte, hatte der verstorbene Moritz Rohr vor, noch andere Gemeinden der Provinz Posen in die Stiftung einzubeziehen. Dazu bedurfte es aber einer Statuten-Aenderung, gegen welche die Gemeinde Jarotschin, als ihre Interessen schädigend, mit Erfolg Verwahrung einlegte. Daraus sind die unrichtigen und verworrenen Gerüchte entstanden, aus denen die antisemitischen Blätter ihren Honig gesogen haben. Samter, 18. September. Die hiesige königliche Landwirthfchaftsschule wird zur Zeit von 39 jüdischen Schülern besucht. 5^ Naugard i. Pomm., 1. Oktober. Mitte September wurde der erste israelitische Gefangene in die hiesige Strafanstalt gebracht. Bisher sind jüdische Sträflinge stets in Rawitsch untergebracht worden, woselbst sie rituelle Verpflegung genossen, eine Vergünstigung, die nach der bekannten neueren ministeriellen Verfügung in Fortfall gekommen ist. <&> Hannover. 1. Oktober. Infolge der Bemühungen des Landrabbiners Dr. S. Gronemann ist von dem Generalkommando am 6. September nachstehende Verfügung erlassen worden: „Die Lehrer jüdischer Religion werden in diesem Jahre unbeschadet der Verpflichtung, ihrer Dienstpflicht bezw. Hebung in vollem Umfange zu genügen, erst zum 7. Oktober d. I. einberufen werden". Ueber das abgelehnte Gnadengesuch des im Zuchthause sitzenden Antisemiten Hans Leuß ward von der Strafanstalts-Direktion in Celle mitgetheilt, daß nur ein Antrag auf vorläufige Haftentlassung (nach § 23 des Str.-G.-B.) gestellt worden und auch dieser Antrag nur von Leuß persönlich ausgegangen sei. Die Anstalts-Direktion habe den Antrag nur formulirt, wie solches immer zu geschehen habe. * Emden, 3, Oktober. Die „Emdener Zeitung" brachte vor einigen Tagen folgende fett gedruckte Anzeige: „Des hohen israelitischen Festtags wegen werden sich die Viehhändler israelitischer Konfession an dem am Dienstag, dem 28. d. M., hier stattfindenden Viehmarkte nicht betheiligen." Die Folge war, daß zu dem Viehmarkt, der sonst gut besucht zu werden pflegt, nur 20 Stück Rindvieh angetrieben wurden, der Markt also nicht die geringste Bedeutung hatte. §<] Braunschweig, 1. Oktober. Der Anwalt Adolf Fischer,