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Im deutschen Reich · 1897-10-01 · Heft 10 (Oktober 1897) · p. 496

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 10 (Oktober 1897)
Article
Innere Kolonisation
Date
1897-10-01
Page
496 (sequence 12)
Language
German
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496 3m deutschen Reich. Es genügt auch vorläufig, dadurch eine Boxstellung davon zu erwecken, daß ich mich auf das.GenosienschastSwesen berufe. Was die Genossenschaft für einzelne Wirthschaftsausgaben erstrebt, vermag die Gemeinde für die Gefammtheit der in ihr gepflegten ländlichen Betriebszweige im Ganzen zu erfassen. Scheinbar ohne zu kennen, was ich hierüber veröffentlichte und was Frhr. von Broich seinerseits aufnahm, kommt jetzt Dr. Franz Oppenheimer (die Siedlungs-Genossenschaft, Leipzig) zu ähnlichen Resultaten. Das Gleiche ist der Fall bei dem Landgerichtsrath H. Krecke. („Die genossenschaftliche Ordnung der Wirthschaft".) Der sozietäre Betrieb der Gemeinde erleichtert Kapitalaufbringung und Kreditbeschaffung, gewährt deu einzelnen Mittel- und Klein-Besitzern die Vortheile des Groß- (des Gemeindegesammt-) Betriebes und schließt außerdem den Vortheil in sich, daß die Interessenten in richtiger Arbeitstheilung den Einzelausgaben auf die ganze Ausdehnung des Gemeindebesitzes oder einen größeren Theil davon ihre volle Sorgfalt widmen können. Die Gesammtordnung und Organisation bleibt indeß dabei doch eine solche, daß sie zwar die Vortheile der gemeinsamen Wirthschaft jedem Einzelbesitzer zu Theil werden läßt, doch aber den individuellen Besitz, den individualistischen Charakter des Eigenthums aufrecht erhält. Die Form der Siedlungs-Gemeinde wird sich ganz besonders für die Bestrebungen zur inneren Kolonisation deutscher Juden deshalb eignen, weil dabei die zwiefachen Schäden von vornherein ausgeschlossen sind und sich dauernd ausschließen lassen, die bald auf Groß-, bald auf Mittel- und Kleinbesitz in Deutschland jetzt schwerbelastend drücken: Die Fesseln der Ueberschuldung und die Verwickelungen des Erbrechts. Die Siedlungs-Gemeinde entspricht aber auch dem jüdisch-ethischen Gedanken; denn sie bietet Gemeinsamkeit in den Zielen und in der Arbeit bei Aufrechthaltung der persönlichen Selbstständigkeit. Die Pflicht gegen das Vaterland, die Einordnung in die nationale Arbeit, die wirthschaftlichen Existenzbedingungen der deutschen Israeliten, die Hebung ihres sittlichen Niveaus, die Stärkung ihres Selbstbewußtseins, die Bekämpfung bestehender Vorurtheile, die Erringung ungerecht vorenthaltener sozialer Gleichheit, — Alles drängt uns zur ernsten Inangriffnahme innerer

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