Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1897)
- Article
- Der Baseler Zionisten-Kongress
- Date
- 1897-10-01
- Page
- 477 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2316602-2316624-2316634-2321169--03041-2321272- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Der Baseler Zionisten-Rongreß. 477 das Vaterland nehmen. Haben wir noch bis vor 15 Jahren nichts Anderes gewußt, als daß wir deutsch denken und fühlen, deutsch in Haß und Liebe, so wird uns auch eine ungerechte Zeitströmung unser Deutschthum nicht rauben; seien wir deutsch im Sinne der großen, deutschen Geistesheroen, wenn auch nicht deutsch im Sinne der Stöcker, Ahlwardt und Hammerstein!" Damit war unsere Stellung zu dem ..Judenstaat" eigentlich schon genügend gekennzeichnet; wer noch über dieselbe im Unklaren war, den konnte der in der Nr. 4 unseres Vereinsorgans „Im deutschen Reich" vom April 1896 enthaltene Aufsatz „Schlimme Rathschläge" belehren, in welchem Theodor Herzl's Broschüre „Der Judenstaat" einer eingehenden Kritik unterzogen wurde. Aus dieser heben wir heute nur folgende Sätze hervor: „Mit tausend Fasern hängt jeder Deutsche jüdischen Glaubens an seiner Heimath. Die Gefühle der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens sind von denen unserer österreichischen Glaubensgenossen sehr verschieden. Braucht man politisch ernst denkenden Männern auseinander zu setzen, daß die Vorschläge Herzl's Utopien sind? Die christlichen Großstaaten werden Palästina immer noch lieber in den Händen der Türken als der Juden sehen, so lange sie in diesen lieber die Denunzianten als die Stammesgenoffen ihres Religionsstifters erblicken." Die „Köln. Ztg." brachte am 4. September d. I. nachstehenden bemerkenswerthen Bericht über den kurz vorher stattgehabten Baseler Zionisten-Kongreß: „Dian wird sich erinnern, daß Dr. Herzl in Wien, der Versaffer des Buches „Der Judenstaat", einen Kongreß seiner GesinnungSgenoffen nach München vor einigen Monaten einberufen wollte. Damals machte sich aus der Münchener jüdischen Gemeinde heraus ein starker Widerspruch gegen die Absicht Herzl's geltend, und gleichzeitig erließen die deutschen Rabbiner eine Verwahrung gegen den Zionismus, weil dieser mit den religiösen Ansichten des Judenthums nicht übereinstimme. Herzl gab jedoch seine Ansicht nicht auf und verlegte nur den Ort von München nach Basel, wo der Kongreß nun vom 29. bis 31. August getagt hat. Der Zionismus, d. h. das Bestreben der Judenschaft nach