Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1897-10-01 · Heft 10 (Oktober 1897) · p. None

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 10 (Oktober 1897)
Date
1897-10-01
Page
None (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2316602-2316624-2316634--03024-2321258
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Briefkasten der Redaktion. 527 V. Z. Hamburg. Die Berliner sind besier als ihr Ruf; dies findet jeder, der ihre Gastfreundschaft genießt. Wer sie nicht in ihren Häuslichkeiten kennen gelernt hat, fällt leicht ein so schiefes Urtheil wie die Skandinavierin Helena Nyblom, die kürzlich in der „Nordisk Tidskrist" schrieb: „Die Berliner, die man auf den Straßen sucht, sind so reizlos wie die Hauptstadt selbst. Der hervorstechendste Zug sind Juden, Soldaten und Bierseidel, wohin man blickt. Juden findet man unter den Dienstmännern, Droschkenkutschern, Kondukteuren, Kellnern. Man ahnt, hier herrscht der Jude, wenn er auch scheinbar nur dienstbar ist. In anderen Städten bekommt man doch eine Vorstellung, einen Eindruck von der eigentlichen Bevölkerung, hier nichts als Juden und Milita r." Daß die nordische Helena das Militär erst nach den Juden erwähnt, berechtigt zu dem Argwohn, daß sie Berlin nur deshalb reizlos fand, weil sie hier kein uniformirter Paris zu entführen versuchte. C. K. Crefeld. Die Erklärung der dortigen Ortsgruppe im deutschnationalen Handlungsgehilfe n-V e r b a n d <Crefelder Ztg. vom 9. Sept. d. I.), daß ihr Antisemitismus lediglich in der Nichtaufnahme jüdischer Kollegen bestehe, daß es aber einer über ganz Deutschland verbreiteten Gehilfen-Organisation bedürfe, die sich Einfluß auf di e'Gesetzgebung verschafft, dürste erst recht den Eindruck des „Versteckenspielens" machen. Die in der Erklärung enthaltene Frage: „Wer ist denn eigentlich Herr im Hause?" dürste manchem Crefelder Prinzipal die Lust benehmen, einen jungen Mann zu engagieren, der in dieser Gruppe lernt, sich als „Herr im Hause" zu fühlen. Auf verschiedene Anfragen erwidern wir, daß es dem Vorstande des Central-Vereins nicht in den Sinn kommen konnte, durch Verbreitung einer Anzahl Exemplare des Kalenders „Der gute Kamerad" Wahlagitation für eine bestimmte politische Partei treiben zu wollen. Nur der philosemitischen Tendenz des Kalenders wegen wurde die Versendung beschlossen; dieselbe erfolgte nur in einer nicht sehr bedeutenden Anzahl von Exemplaren an den kleinsten Theil unseren Herren Vertrauensmänner. Wir haben aber von der weiteren Verbreitung abgesehen, wegen der Möglichkeit, daß der Inhalt des Kalenders den Schein erwecken könnte, als wollten wir eine einzelne politische Fraktion fördern. Wir werden dafür Sorge tragen, daß der Verbreitung ähnlicher Publikationen künftig die eingehendste Prüfung ihrer Tendenz vorangeht. I. N. Memel. Ihrem werthen Schreiben vom 26. September d. I. entnehmen wir Folgendes: „Empfangen Sie meinen herzlichsten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.