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Im deutschen Reich · 1897-09-01 · Heft 9 (September 1897) · p. 461

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 9 (September 1897)
Article
D. C. Leipzig
Date
1897-09-01
Page
461 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion. 461 D. C. Leipzig. Wo die Behörden rechtzeitig auf das Zusammenfallen eines Marktes mit den hohen jüdischen Festtagen aufmerksam gemacht roetben; wird die Ansetzung auf einen anderen Tag, welche nicht nur im Interesse der jüdischen Verkäufer und Käufer ist, fast überall erzielt werden. In Frankenstein i. Schl., Kottbus, Trebnitz, u. a. O. ist dies geschehen, und in Buttstädt (Sachsen- Weimar) wurde die zu spät angeregte Verlegung, des Michaelismarktes wohl nur deshalb abgelehnt, weil dadurch bedeutende Kosten verursacht worden wären. G. H., Chemnitz. Der von der „Wormser Ztg." gemeldete Wegzug sämmtlicher Israeliten von B e ch t h e i m und die Vertheilung der Kultusgegenstände an bedürftige israelitische Gemeinden ist keineswegs eine Folge unfreundlichen Verhaltens der Bechtheimer Einwohnerschaft. Von den drei jüdischen Familien, bk bisher in Bechtheim wohnten, ist diejenige des Vorstehers nach Osthofen, eine andere nach Offenbach und die dritte nach Mannheim gezogen. In allen drei Fällen waren geschäftliche Gründe maßgebend. Auf zahlreiche Anfragen, welche die vielbesprochene Aeußerung des Professors Dr. I. Nosenthal in Erlangen betrafen, haben wir im Juni Heft dieser Zeitschrift erwidert: „Der berühmte Physiologe ist nicht deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, sondern Dissident. Das „Bayr. Vaterland" berichtete, daß er aus diesem Grunde bei seinem 25 jährigen Jubiläum eine Gratulation der Israelitischen Kultusgemeinde zurückgewiesen habe." — Die Notiz des „Bayrischen Vaterlandes" hat uns dabei insofern irregeführt, als' Professor Dr. I. Nosenthal sich nicht formell vom Judenthum losgesagt und bisher an die jüdische Gemeinde Erlangen Kultussteuern bezahlt hat, seinen Sohn aber taufen ließ und thatsächlich bei der erwähnten Gratulation eine Aeußerung gethan hat, welche die Annahme des bayrischen Blattes veranlassen mußte. Wie uns von zuverlässigster Seite berichtet wurde, antwortete er der gelegentlich seines 25 jährigen Profefforen-Jubiläums zur Beglückwünschung erschienenen Abordnung der israelitischen Kultusgemeinde zu Erlangen wörtlich: „Meine Herren! Ich danke Ihnen; aber ich weiß nicht, wie Sie eigentlich dazu kommen. Ich zahle zwar zu Ihrer Gemeinde, weil ich gesetzlich dazu gezwungen bin, aber ich gehöre nicht zu Ihnen. Ich gehöre zu keiner Religion, ich stehe über den Religionen." Diese Aeußerung festz u n a g e l n, veranlaßt uns nur das fortwährende Bestreben der Antisemiten, das Judenthum für die ebenso unjüdische Frosch-Aeußerung verantwortlich zu machen, während schon vor dieser Aeußerung der religionslose Physiologe vor einer Corona hochangesehener Christen zu den

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