Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 9 (September 1897)
- Article
- D. M. Köln
- Date
- 1897-09-01
- Page
- 459 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 469 wir als einen unersetzlichen Verlust für das wahre Wohl des Volkes und als Gewinn für die fotnmenben Seiftet des Umsturzes. Das feste Bollwerk des Staates ist unzweifelhaft das Christenthum, wie es in der heiligen Schrift des Alten Testamentes wie des Neuen Testamentes bezeugt wird." G. A., Aachen. Ueber den Viehhandel an Feiertagen ist vielfach Unrichtiges gemeldet worden. Die „Deutsche Tageszeitung" ließ sich aus Köln schreiben: „Viehhändler haben hier den Antrag gestellt, in Zukunft an katholischen und jüdischen Feiertagen Viehmärkte abzuhalten. Wenn die meist jüdischen Viehhändler ihre jüdischen Feiertage dazu hergeben wollen, so soll uns das gleichgiltig sein. Daß ihr Verlangen bezüglich der katholischen Feiertage nicht erfüllt wird, halten wir aber für selbstverständlich." Unsere Annahme, daß diese Anregung unmöglich von jüdischen Viehhändlern ausgegangen sein könne, wurde durch nachstehende Notiz des wenig judenfreundlichen „Rheinischen Merkurs" bestätigt: „Man weiß nicht, was man sagen soll, wenn, wie seitens der Verwaltung mitaetheilt wurde, die städtische Schlachthoskommission mit Mehrheit sich für den Antrag der Viehhändler ausgesprochen haben soll. Danach sollen an folgenden katholischen Feiertagen Viehmärkte abgehalten werden: hl. Dreikönige, Mariä Lichtmeß, Mariä Verkündigung, Peter und Paul und Mariä Empfängniß, sowie am Königsgeburtstage und an den drei jüdischen Hauptfeiertagen. Hierzu aber haben jüdische Viehhändler beantragt, an diesen ihren Feiertagen einen Markt nicht abzuhalten, da 75 Prozent des Viehauftriebs auf dem Kölner Markt durch jüdische Händler erfolge. Ihre, die jüdischen Feiertage also, sollen berücksichtigt, an den katholischen Feiertagen aber soll Markt abgehalten werden!" Das letztere ist den jüdischen Viehhändlern in Köln gewiß nicht im Traume eingefallen; sie haben sich nur damit begnügt, ihre Feiertage zu schützen, sich aber nicht für berechügt gehalten, die Sache der Katholiken zu führen. L. G. Frankfurt a. M. Die Schadchen-Inserate sind gewiß unerfreulich, finden aber ihr Gegenstücks in antisemitischen Heirat hsannoncen. Im Jnseratentheil des „Christlichen Extrablattes" vom 13. Juni d. I. war zu lesen: „Wünschen Sie eine gute Heirath von 1000 bis 1 000 000 fl. und mehr zu machen, so wenden Sie sich vertrauensvoll an ein christliches Haus unter: „Strengste Diskretion Nr. 150" an die Expedition. Daselbst größte Auswahl von jedem Stand und Kategorie. Coulanteste Ausführung übertragener Aufträge. Bei Anfrage Retourmarke."