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Im deutschen Reich · 1897-09-01 · Heft 9 (September 1897) · p. 458

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 9 (September 1897)
Article
K. M., Frankfurt a. O.
Date
1897-09-01
Page
458 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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458 Im deutschen Reich. K. $t., Frankfurt a. O. An die galizischen Verhältnisse muß man einen besonderen Maßstab anlegen. Ein Beispiel bietet der das Oberlandesgericht zu Lemberg beschäftigende Einspruch gegen den Wahrspruch eines Schwurgerichts. Am 23. November 1895 wurden der Mehlhändler Salomon David Heilpern, dessen Tochter Chiffre und dessen Commis Moses Eisenschmied wegen Meineides vor dem Schwurgericht mit 8 gegen 4, die beiden Letzteren mit 9 gegen 3 Stimmen schuldig gesprochen, Heilpern zu 2%, seine Tochter und Eisenschmied zu je l1^ Jahren schweren Kerkers verurtheilt. Kurze Zeit nach der Verhandlung erklärten die Geschworenen in einer Eingabe an den Vertheidiger der Angeklagten, daß sie als unwissende Landleule von dem Obmann der Jury, einem antisemitischen Gutsbesitzer, dadurch veranlaßt worden seien, das Schuldverdikt zu fällen, daß er ihnen erklärt habe, sie würden sich, im Falle sie die Schuldfrage verneinten, einer strafbaren Handlung schuldig machen. E. N. Görlitz. Der judenfreie „Köln. Hof" ist keine vereinzelte Erscheinung; u. A. ist kürzlich, wohl mit Rücksicht auf einige antisemitische Ziegelstreicher, in der „Lippeschen Tageszeitung" nachstehende Veröffentlichung erfolgt: „Bringe mein judenfreies Hotel Rathskeller in empfehlende Erinnerung. E. Maier, Horn i. L." D. M. Köln. Wir haben die Bedeutung der „Köln. Volkszeitung" und des Aachener Blattes nie unterschätzt und halten es nicht für ausgeschlossen, daß auch das Berliner Centrumsblatt „Germania" einsehen lernt, wohin die Angriffe auf das Alte Testament führen. Nachdem der damalige Rektor der Universität Gießen, Geh. Kirchenrath Dr. Stade, bei der Universitäts-Stiftungsfeier die Nachrichten der Bibel über die „Entstehung des Volkes Israel" einer kritischen Prüfung unterzogen hatte, schrieb die „Germania": „Alle diese nagelneuen Entdeckungen des derzeitigen Rektors der Gießener Universität haben die katholischen Studenten ebenso wie die protestantischen anhören müffen. Freilich hätte sich den Studenten der Gedanke aufdrängen müssen: Wer bürgt dafür, daß die „Inschriften", welche Herr Stade heranzieht, reinere historische Wahrheiten bieten, als die Bibel? Die Bibel mit ihrem Inhalt steht uns als Wort Gottes fest, während die „Inschriften" nur die subjektiven Ansichten und Auffasiungen heidnischer Könige und Völker ausdrücken. Ob alle Studenten wirklich so geurtheilt haben werden, ist uns sehr zweifelhaft, denn zu leicht schwört die Jugend auf die Worte des Lehrers. Jedes Restlein von Christenthmn, welches die Lehrer der „kritischen Prüfung" unterziehen und ihren Hörern hinweg disputiren, betrachten

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