Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 9 (September 1897)
- Article
- London
- Date
- 1897-09-01
- Page
- 451 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. ,451 von Jsaac Gordon in Livery Street angenommen werden könnten. Gordon protestirte. Der Synagogen-Rath antwortete, Gordon möge sich auf seinen Sitz setzen, Geld wolle man aber nicht von ihm. Der „Jewish Chronicle" schrieb damals: „Gordon wird hoffentlich einsehen, wie er sich benimmt, und nicht ferner die jüdische Sittlichkeit verletzen und das Haus Israel in Verruf, bringen." Die englischen Rabbiner wollen ebensowenig wie die deutschen von der Erwerbung Palästinas durch die Juden wiffen. Der hiesige Oberrabbiner Dr. Adler erklärte: „Ich stimme mit jedem Worte überein, was meine deutschen Kollegen der verschiedensten Glaubensrichtungen über die Sache gesagt haben. I ch glaube, daß die Abhaltung des Baseler Kongresses ein großer Fehler ist. Ich stehe Keinem nach in der Liebe zu Zion. Ich lege die größte Wichtigkeit darauf, Kolonien in Palästina zu gründen und die dort gegründeten Anstalten weise und freigebig zu unterstützen. Der Gedanke vr. Herzl's aber, einen jüdischen Staat zu gründen, ist völlig unheilbringend. Er ist gegen die jüdischen Grundsätze, gegen die Lehren der Propheten und die Traditionen des Judenthums. Die Bewegung kann unermeßliches Unheil erzeugen. Es kann der Glaube erwachsen, daß wir Juden dem Lande, in welchem wir wohnen, nicht treu sind. Ich glaube, daß diese Worte, mit wenigen Ausnahmen, die Ansicht der gesammten englischen Judenschaft ausdrücken." 80