Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1897-09-01 · Heft 9 (September 1897) · p. 446

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 9 (September 1897)
Article
Nürnberg
Date
1897-09-01
Page
446 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316624-2316633--02948-2321104
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

446 3tn deutschen Reich. Bei der Bestattung des hier im 71. Lebensjahre verstorbenen Herrn Lazarus Schwarz wurden dessen Verdienste um zahlreiche Werke der Wohlthätigkeit durch Herrn Rabbiner Dr. Neuburger aus Fürth in Vertretung des hiesigen Rabbiners Herrn Dr. Ziemlich, ferner durch den Vertreter der hiesigen Kultusgemeinde Herrn Justizrath Dr. Josephthal, durch Herrn Berthold Horwitz im Auftrag der Vereinigung Adaß Israel und durch Herrn Dr. Deutsch im Namen des Kuratoriums des jüdischen Waisenhauses zu Fürth hervorgehoben. Dem Fürther Waisenhause hat der Verstorbene bei Lebzeiten eine Spende von weit über 100 000 Mark zugewandt. Lp Dresden, 31. August. Den Brüdern Ludwig Adolf und Adolf Eduard Sigismund Me yer in Dresden ist auf deren Ansuchen die Berechtigung ertheilt worden, den ihrem Großvater in Anerkennung betätigten Gemeinsinns zugedachten erblichen Adel zu führen. Dazu bemerkt die antisemitische „Deutsche Wacht": „Endlich haben die Ansuchen der Herren Gebrüder Meyer Erhörung gefunden und ihre „Nobilitation" ist erfolgt. Wir haben schon vor langer Zeit berichtet über die Bemühungen der „Ansucher". Welchen Werth dieser „erbetene" Adel hat, vermögen wir nicht zu ergründen. Wo mögen nun die Gebr. Meyer ihre Ahnen hernehmen? Ohne Ahnensaal würde der Villa der Herren v. Meyer sicherlich etwas fehlen." — Daß das Blatt einen Gnadenbeweis des Königs von Sachsen kritisirt, zeugt für den Werth der Loyalitätsphrasen des Herausgebers, dessen Rassen-Antisemitismus hierbei Abkömmlinge von Juden bis in's vierte Geschlecht verfolgt. Der Großvater der Herren v. Meyer, der um Dresden hochverdiente I o - Hannes Meyer, der den ihm zu gedachten Adel ausschlug, war als Sohn eines armen russischen Juden früh verwaist und von einem christlichen Großhändler in Petersburg adoptirt worden. — Der Redakteur der antisemitischen „Deutschen Wacht" H. Kühn, welcher der Polizeibehörde Parteilichkeit zu Gunsten des Besitzers einer Spezialitätenbühne vorgeworfen hatte, wurde zu einer Geldstrafe von 500 Mk. verurtheilt. — Dem Antisemitenblatt ist das Postdebit für Oesterreich entzogen worden. O Aschenhausen (Kr. Eisenach), 12. August. Der „Thüringer Landbote" veröffentlichte vor einigen Wochen nachstehenden von zahlreichen antisemitischen Blättern abgedruckten und theilweise mit gehässigen Gloffen verbrämten Bericht: „Vor drei Wochen starb in Oberkatz (Meiningen) der Landwirth Haberkorn und hinterließ seinen drei Erben Liegenschaften im Werthe von 40 000 Mk., drei Häuser, größere

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.