Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1897-09-01 · Heft 9 (September 1897) · p. 442

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 9 (September 1897)
Article
Kolzig
Date
1897-09-01
Page
442 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2316602-2316624-2316633--02914-2321100
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

442 Im deutschen Reich. Jahren thätig gewesen. Er wurde nicht müde, in Versammlungen^ im Lokalblatte wie im Privatgespräch den Satz „Kauft ber keinem Juden" als eine heilige Pflicht jedes christlichen Deutschen zu verkünden. Jetzt hat er seine Fabrik und Konditorei, an den jüdischen Kaufmann A. Selowsky verkauft. Posen, 10. August. In der Nacht zum 6. d. Mts. verstarb in Harzburg die Wittwe des ehemaligen Stadtverordnetenvorstehers und Handelskammer-Vorsitzenden, Kommerzienraths Bernhard Iaff 6 , Frau Bertha I a f f 6 geb. Pincus, das älteste Vorstandsmitglied des hiesigen Vaterländischen Frauenvereins und Dame des Louisenordens. Die Dahingeschiedene hat insbesondere in dem Vorstand der Ritsche-Flatau'schen Waisenerziehungsanstalt 24 Jahre hindurch segensreich gewirkt. Lissa i. P., 4. August. Im Alter von 72 Jahren verstarb hier der Oberlehrer a. D. Professor Julius Töplitz, welcher 47 Jahre am hiesigen königlichen Gymnasium thätig gewesen ist. 0 Krotoschin, 10. August. Nachdem auf dem hiesigen jüdischen Fried Hofe wiederholt Grabdenkmäler beschädigt worden waren^ setzte die Vertretung der Synagogen - Gemeinde eine Belohnung von fünfzig Mark für die Ergreifung der Thäter aus. Einem Polizeisergeanten gelang es, dieselben dingfest zu machen; die betreffenden drei Burschen sehen nun der gerichtlichen Bestrafung entgegen. K Schildberg, 10. August. Von den hiesigen Stadtverordneten ist der Getreidekaufmann A. H. U n g e r einstimmig zum Magistratsmilglied gewählt worden. — Marienburg i. Pr., 18. August. Die von der „Staatsbürger-Ztg." am 13. d. Mts. veröffentlichte Nachricht, daß in dem stellenlosen Handlungsgehilfen Simon so hn der Uebelthäter ermittelt worden sei, welcher auf dem hiesigen katholischen Friedhofe die Christusfigur vom Kreuze gerissen und beschädigt hat, ist unbegründet. Als alleiniger Attentäter wurde der flüchtig gewordene katholische Arbeiter Schultz von seinem jugendlichen Zechgenossen Skrajewski, Simonsohn und Grünberg bezeichnet, die nur zugesehen haben wollen, als Schultz in jener Nacht im angetrunkenen Zustand den niedrigen Zaun überstieg und den Frevel verübte. Skrajewski ist Katholik; der Kommis Simonsohn und der Trödeljunge Grünberg sind Juden; alle drei wurden nach einer nur mehrstündigen polizeilichen Sistirung wieder freigelassen. ft Königsberg i. Pr., 18. August. Nach nur dreiwöchentlichem Bestehen ist die hier im Verlage von Emil Weihe erschienene

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.