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Im deutschen Reich · 1897-09-01 · Heft 9 (September 1897) · p. 408

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 9 (September 1897)
Article
Die Berufszählung
Date
1897-09-01
Page
408 (sequence 8)
Language
German
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408 Im deutschen Reich. denn es berechtigt zu der Hoffnung, daß bei diesen selbstständigen jüdischen Landwirthen künftig recht viele jüdische und christliche lantkwirthschaftliche Arbeiter ein menschenwürdigeres Unterkommen finden, als, nach dem Zeugniß des Herrn Pastor Göhre zu nrtheilen, die antisemitisch - agrarischen Gönner des „Volk" ihren landwirthschaftlichen Arbeitern gewähren. Von der Haltung des Stöckerblattes sticht auch bei dieser Gelegenheit die zahlreicher katholischer Blätter vortheilhaft ab, wenn sie auch bei Beurtheilung des Antheils der Juden an den verschiedenen Berufen nicht ganz das Vorurtheil abgestreift haben, daß die Juden der schweren körperlichen Arbeit abgeneigt seien. Diese Blätter ziehen aber aus den vorliegenden Zahlen in der Hauptsache nur Schlüffe, welche sie, wie z. V. die „Köln. Volkszeitung" zu der Mahnung an die Katholiken veranlaffen, in dem Streben nach Bildung, Besitz und sozialer Macht nicht hinter den anderen Konfessionen zurückzubleiben. In diesem Sinne sagt die „Neisser Ztg.": „Die Scheu der Katholiken vor dem Handelsgewerbe, die sich in den statistischen Zahlen bekundet, ist nicht vortheilhaft. Man muß nicht den Handel an sich verachten; der Austausch der Güter, dem er dient, ist nothwendig und nützlich; der Handel hat im wirthschaftlichen Leben ebensoviel Bedeutung wie die Adern im Körper, ohne die der Menscb nicht bestehen könnte. Man braucht auch nicht zu unreellen Kunstgriffen sich zu erniedrigen, um auf dem Handelsgebiete bestehen zu können; mit Fleiß, Umsicht, Beweglichkeit und Zähigkeit ist da trotz allem unlauteren Wettbewerb noch viel zu erreichen. Aber man muß tüchtig gelernt haben und einen rastlosen Eifer entwickeln. Mit dem alten Schlendrian geht es auf diesem Gebiete schon garnicht. Wer Lust und Kraft in sich fühlt, der stürze sich kühn hinein in die Handels- und Finanzwelt. Warum sollen von dem großen Einfluß, der dort zu holen ist, nur Protestanten und Juden den Vortheil ziehen?" Zahlen beweisen und sind darum äußerst lehrreich; so wird auch die wesentliche Zunahme der Juden am Heeresdienst nicht unbeachtet bleiben, zumal sich bei der sorglichen Körperpflege in jüdischen Familien und dem Eifer, mit dem sich die jüdische .Jugend aus allen Gebieten des Sports bethätigt, eine weitere bedeutende Steigerung mit Zuversicht erwarten läßt. Vorläufig

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