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Im deutschen Reich · 1897-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1897) · p. 395

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1897)
Article
D. M. Hannover
Date
1897-07-01
Page
395 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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BriefkasteR der Redaktion. 3S5 D. M. Hannover. Wenn wir auch entschieden dafür eintreten, jede Ungebühr mannhaft zurückzuweisen und gegen böswillige Angriffe alle zu Gebote stehende Rechtsmittel zu benutzen, können wir doch der Art, wie Herr A. R. in Grohnde gegen den dortigen Lehrer H. vorgegangen ist, keinen Geschmack abgewinnen. Nachdem der Letztere in erster Instanz von dem Schöffengericht Hameln freigesprochen war, ist er von der I. Strafkammer in Hannover zu 20 Mk. Geldstrafe verurtheilt worden. Das Gericht stellte fest, daß der von dem über eine Unart des Knaben empörte Lehrer gebrauchte Ausdruck „verfluchter Jtzig" als eine Beleidigung aufzufaffen sei, daß aber dem Angeklagten der Schutz des § 193 St.-G.-Buches zur Seite stehe, weil es eine Ungezogenheit sei, wenn ein Schuljunge einem erwachsenen Manne einen Schlitten unterm Sitze wegziehe. Der Angeklagte sei zu einer scharfen Abwehr durchaus berechtigt gewesen, aber über das Maß des Erlaubten hinausgegangen'. Wir können in diesem Urtheil keinen Erfolg erblicken, so wenig Sympathie ein Jugendbildner verdient, der sich selbst im Zorn gerade zu.solchen Ausdrücken Hinreißen läßt. Aber ebenso geringe Sympathie haben wir für einen Knaben, der Streiche wie der kleine R. begeht, dem hoffentlich eine ihm von seinem Vater ertheilte Tracht Prügel die Lust benommen hat, jemals wieder den Antisemiten-Blättern Stoff zur Füllung ihrer Spalten zu liefern! K. M. Frankfurt a. M. Der Artikel der „Frankfurter Ztg.", in welchem die algerische Judenhetze auf die Nichtemanzipation der Araber zurückgeführt wurde, hat — wie zu erwarten war, — den vollsten Beifall der Judengegner gefunden. Die „Staatsbg. Ztg." schrieb: „Wie groß müssen die durch die Ueberhebung der Juden herbeigeführten Mißstände sein, wenn selbst ein so durch und durch jüdisches Blatt, wie die „Frkf. Ztg." in dieser Weise Zugeständnisse macht! Besondere Beachtung verdient es aber, daß hier in der „Frkf. Ztg." der Jude widerspruchslos als Orientale gleich dem Araber bezeichnet wird; ja er hat sogar mit dem Araber die semitische Abstammung gemein; es ist daher ein Unsinn, in diesem Falle von Antisemitismus zu reden". — Sie sehen daraus, was aus der „objektiven Berichterstattung" eines „so durch und durch jüdischen" Blattes gefolgert werden kann! L. I. München. Nicht nur die „Germania" sondern auch die „Köln. Volksztg." schüttelt den als Genoffen Dr. Sigls bekannten bayrischen Abg. Natzing er ab, der in dem Memminger'schen „Gerstenlieferungsprozeß" arg bloßgestellt wurde. Das ultramontane Kölnische Blatt schreibt: „Herr Ratzinger soll in Regen, laut der

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