Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1897)
- Article
- R. S. Berlin
- Date
- 1897-07-01
- Page
- 393 (sequence 1)
- Language
- German
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803 Briefkasten der Redaktion. N. S. Berlin. Der Dissident Rosenthal in Erlangen geht uns nichts an; wir haben ihn also weder anzuklagen noch zu vertheidigen. Daß ihn die „Kreuzzeitung" einen „jüdischen" Professor nennt, ist ebenso wenig maßgebend, als daß sich die „Franks. Ztg." seiner annimmt. Ob die „Hann. Post" Grund hat, das letztere Blatt im Allgemeinen als „Ln i'6du8 suäaiQi8 gewöhnlich gut unterrichtet" zu bezeichnen, lassen wir dahingestellt. Für zutreffend aber halten wir jedenfalls die nachstehende Erlanger Korrespondenz der „Frankfurter-Ztg.": „Berliner Blätter brachten die Mittheilung, der Professor der Physiologie Dr. Rosenthal habe auf sein Lehramt verzichtet. Die Meldung ist unrichtig und rührt anscheinend aus einer falschen Schlußfolgerung über die jüngst erfolgte Übertragung des Lehrauftrags für Gesundheitslehre an Prof. Heim her, die von Prof. Rosenthal bereits vor dem leidigen Vorfall selbst gewünscht wurde. Allerdings trug sich Prof. R. im ersten Augenblick, als ihm die Denunziation des protestantischen Dekanats Erlangen bekannt wurde, mit dem Gedanken, sein Amt niederzulegen. Jetzt aber, wo die Staatsanwaltschaft (auf jene Denunziation hin, die an's Ministerium ging) die Voruntersuchung wegen Gotteslästerung eingeleitet hat, würde er — wie aus seinen Aeußerungen hervorgeht — das Aufgeben des Amtes als feige Fahnenflucht und stillschweigendes Eingeständniß einer Schuld betrachten, an die weder er, noch alle vorurtheilsfreien Kreise glauben. Diese Auffassung fand eben Ausdruck durch das Bedauern und die dankbare Anerkennung seiner Verdienste, die ihm die städtischen Kollegien aus Anlaß seines Rücktrittes aus der Stadtverordneten-Versammlung aussprachen." Berlin. Wir verweisen Sie auf folgende Leistung der „Kreuzzeitung" vom 13. Juni: Zu den üblichsten „liberalen" Kniffen der Judenblätter gehört es, wie wir schon oft hervorgehoben haben, Nachrichten, die von irgendwelchen Schandthaten „von ihre Leut" handeln,. zu unterdrücken oder wenigstens die so oft anmuthig klingenden Namen der Thäter unter dem keuschen Deckmantel der Anfangsbuchstaben zu verhüllen. Hat aber einmal ein „gewöhnlicher" Mensch etwas Strafwürdiges begangen, dann wird er unter 10 Fällen sicher neunmal als eine „Säule der konservativen Partei