Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1897)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1897-07-01
- Page
- 391 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Vereinsnachrichten. 391 entfernte und sich überdies gegen den Herrn, der ihn auf die Karte aufmerksam machte, der von Ihnen geschilderten bedauerlichen UngehörigkeiLen schuldig machte. Der Schuldige wurde ermittelt und entsprechend bestraft. Wir haben Anordnung getroffen, daß die beklagten Ungehörigkeiten sich nicht wiederholen. An den Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Berlin NW., Karlstr. 26. Bei dem Beginn der Sommerferien sprechen wir die Hoffnung aus, daß unsere Vereinsmitglieder auf ihren Erholungsreisen der Ziele und Bestrebungen des Central-Vereins stets eingedenk bleiben und durch Werbung neuer Mitglieder und lebhaften Gedankenaustausch mit auswärtigen Mitgliedern unseres Vereins die Interessen desselben möglichst zu fördern suchen, damit derselbe sich noch rascher als bisher seinem Ziele nähere, die Mehrheit aller deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens zu umfassen. Am 5. Februar 1898 wird das erste Lu st rum des Central-Vereins vollendet sein; hoffentlich werden die neuerdings von der Programm-Kommission des Vorstandes entworfenen und von dem Gesammtvorstande genehmigten Vorschläge für eine organisirte Vereinsthätigkeit im bevorstehenden Winter schon bis dahin segensreich gewirkt haben, so daß das neue Jahrfünft unter den erfreulichsten Auspizien begonnen werden kann. Wir haben vollen Grund, uns mit dem zu freuen, was in der verflossenen Zeit errungen wurde, aber noch keinen Anlaß still zu stehen, zu rasten und zu rosten. Unser Geschlecht gleicht demjenigen, das der Sklaverei entrann, aber noch vierzig Jahre darben mußte, ohne das gelobte Land des ruhigen Genusses der Freiheit und des Friedens zu erreichen. Aber mitten im Unfrieden, den die Dunkelmänner schüren, sehen wir doch schon das Licht einer ruhigeren, aufgeklärteren Zeit dämmern, in welcher die bisher theilweise nur auf dem Papier stehende Gleichberechtigung eine volle Wahrheit darstellen wird und die deutschen Staatsbürger der verschiedensten religiösen Bekenntnisse in gemeinsamer Arbeit für Recht und Licht und für die Wohlfahrt des deutschen Vaterlandes dieses mehr und mehr zu einem Kultur- und Rechtsstaat machen werden. Wir aber müssen weiter