Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1897)
- Article
- Würzburg
- Date
- 1897-07-01
- Page
- 388 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316624-2316632--02812-2320906- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
388 3m deutschen Reich. Hamburger der „liberalen Schule" auf's Kerbholz geschnitten hätte." (Trotzdem haben sich die antisemitischen Blätter nicht entblödet, das Vorgehen des Mönchszöglings den Juden in die Schuhe zu schieben: Am 26. Juni (also nachdem die Antecedentien Hamburgers längst bekannt waren) schrieb der „Bad. Volksbote": „Dr, Hamburger äußerte sich in hier nicht wieder zu gebender Weise über das Altarssakrament (!) die katholischen Geistlichen (!) und sonstige Einrichtungen der Kirche (!) Was sagt der „Pf. B." dazu? — Am 30. Juni berichtete der „Deutsche General-Anzeiger" in Berlin über die Veruttheilung Hamburgers unter der Rubrik „Höre Israel" u. s. w. u. s. w. Es muß doch um die Moralität der Juden nicht schlecht bestellt sein, wenn ihre Gegner sich gezwungen sehen, alle nur halbwegs jüdisch klingenden Namen zu benutzen, um über angebliche Verurtheilungen von Juden zu berichten! Die Red.) Dresden, 1. Juli. Der Vorsitzende des antisemitischen Reformvereins in Großenhain, Kaufmann Schuppe empfahl in einem Inserat „Margarine als besten Ersatz für Naturbutter". Das veranlaßte den Reichstagsabg. S a ch s s e in dem konservativen Tageblatt darauf hinzuweisen, daß ein Mitglied der antisemitischen Partei, die sich als Beschützerin der Landwirthschaft aufspiele, Inserate veröffentliche, durch welche der Landwirth schwer geschädigt werde. In dem Aufsatz Sachffes war auch von FlaLterhastigkeit und leeren Phrasen und Versprechungen der Antisemiten die Rede. Kaufmann Schuppe stellte darauf gegen den Verleger und Redakteur des Blattes Strafantrag, aber sowohl Schöffengericht wie Landgericht erkannten auf Freisprechung, weil der Artikel in Wahrung berechtigter Interessen geschrieben sei und sich nicht auf die Person des Klägers, sondern aus die antisemitische Partei im Allgemeinen beziehe. £3 Gera, 1. Juli. Die „Geraer Nachrichten", welche gerade ein halbes Jahr bestehen, stellten heute ihr Erscheinen ein. Die antisemitische Zeitung litt am Abonnentenmangel, trotzdem sie jeden ihrer Leser mit 1000 M. gegen Unfall versicherte. & Mannheim, 1. Juli. Anläßlich seiner goldenen Hochzeit hat der Kommerzienrath Friedrich H. Engelhorn, ein Christ, unserer Stadtgemeinde 50 000 Mk. mit der Bestimmung gespendet, daß die Zinsen dieses Kapitals jährlich an vier christliche Familien und eine jüdische Familie vertheilt werden. X Schwerin,!. Juli. Die jüdischen Gemeinden des Groß Herzogthums Mecklenburg-Schwerin haben den siebzigsten Geburtstac des hochverdienten Landesrabbiners Dr. Fabian Feilch enfel! am 18. v. Mts. als einen Freudentag begangen. Der großherzog