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Im deutschen Reich · 1897-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1897) · p. 384

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1897)
Article
Nordhausen
Date
1897-07-01
Page
384 (sequence 2)
Language
German
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384 Im deutschen Reich. mit Recht, weil es anerkannt ist, daß es bis dato keine bessere und rationellere Schlachtmethode giebt, und Schlachtmaske, Bolzen rc. größere Gefahren in sanitärer Hinsicht in sich bergen als der mit großer Sachkenntniß ausgeführte Halsschnitt, nach welchem in dem Bruchtheil einer Minute das Thier vom Leben zum Tode befördert wird. Für diese wahrheitsgemäße Behauptung spricht eine Broschüre, in welcher eine Reihe von Gutachten der berühmtesten Professoren der Anatomie und Pathologie Deutschlands, Virchow, Pet-- tenkofer >c., ferner eine Reihe von Thierärzten, Schlachthausvorstehern, Jnnungsvorständen und christlichen Fleischern sich energisch aussprechen. Die ganze Sache ist eben nur eine antisemitische, parteipolitische Sache. Es ist betrübend, daß allerwärts von Antisemiten systematisch versucht wird, Unzufriedenheit in der Bevölkerung hervorzurufen und die Konfessionen gegen einander aufzubringen." A Colberg, 1. Juli. Die „Zeitung für Pommern" entnimmt einer kürzlich von Herrn von Diest-Daber herausgegebenen Brochure gegen Bismarck einige für die antisemitischen Verehrer des Altreichskanzlers öemertenswerthe Behauptungen. Der Verfasser der erwähnten Schrift erzählt: am 26. Februar 1874 habe eine eingehende Besprechung einer größeren Anzahl fester konservativer Männer, Reichstags- und Landtagsmitglieder u. a. stattgefunden, in der sämmtliche Anwesende dafür stimmten, den Fürsten Bismarck aufzugeben und Front gegen ihn zu machen, v. Tieft erzählt weiter, daß auch viele hohe Generale, wie Graf Werder und v. Schmarzhoff, die Gefahr erkannten, die in der Verbindung Bismarcks mit Bleichröder und dem I u d e n t h u m gelegen habe, und ihn:, v. Diest , deshalb Erfolg wünschten. 23 Thor», 6. Juli. Wie zahlreiche Blätter kürzlich berichtet haben, wurde einem jüdischen Schüler russischer Staatsangehörigkeit der Besuch eines deutschen Realgymnasiums in West preußen mit der Begründung von dem Oberpräsidenten von Goßler verweigert, daß das dortige Gymnasium schon von einheimischen jüdischen Schülern nicht nur zahlreich besucht, sondern mit diesen Schülern weit über das Bevölkerungsverhältniß hinaus besetzt, und die Befürchtung zu erwägen sei, „daß durch den Hinzutritt von jüdischen Schülern anderer Staatsangehörigkeit die Anstalt eine Schädigung erfahren" könne. Dieser von Danzig den 1. April d. I. datirte Bescheid veranlaßte einen hiesigen Kaufmann im Interesse des Spediteurs in Alexandrowo (der Vater des gedachten Knaben) eine Eingabe an Se. Excellenz den Unterrichtsminister Dr. Bosse zu richten. Darauf ging ihm das nachstehende Schreiben zu:

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