Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1897)
- Article
- Petersburg
- Date
- 1897-06-01
- Page
- 344 (sequence 2)
- Language
- German
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344 Im deutschen Reich. russischen Konsuln in Deutschland statt, sobald sich das nach Rußland reisende Kongreßmitglied durch seine Mitgliedskarte legitimirt. Dem russischen Ministerium des Innern ist aber in jedem einzelnen Fall Bericht zu erstatten. — Der Zeitschrift „Woschod" wurde berichtet, daß das Kammergericht zu Kiew, an welches die Sache des Polizeiwachtmeisters S l o w e tz k i, der einen Juden Namens Pewsner mit Ruthenhieben bestraft hatte, in zweiter Instanz verwiesen war, Slowetzki zum Verlustaller Vorrechte und zur Verbannung nach Tobolsk in Sibirien verurtheilt hat. -- Im 65.Lebensjahre verstarb hier derWirkliche Staatsrath Dr. med. Julius Davidowitsch Levinson- L e s s i n g, einer der bedeutendsten hiesigen Aerzte, der für die schnelle Vorbereitung der barmherzigen Schwestern während des russischtürkischen Krieges den St. Stanislaus-Orden I. Klasse erhalten hatte. Seiner Beerdigung sowie dem ihm zu Ehren veranstalteten Trauergottesdienste wohnte der Kultusminister Graf I. D. Deljanow bei. Der Verstorbene war Mitglied des Central-Komitees der jüdischen Kolonisationsgesellschast. Vereinsnachrichten. In diesem Juni-Monate feierten zwei hochverdiente Rabbiner, deren Zugehörigkeit zu unserem Verein wir als eine Auszeichnung für denselben betrachten, ihren s i e b z i g st e n Geburtstag, Herr Gemeinde-Rabbiner Dr. W. F e i l ch e n f e l d in Posen und Herr Landes-Rabbiner Dr. F. Feilchenfeld in Schwerin in Mecklenburg. Bei dem Erstgenannten war am 15. Juni damit gleichzeitig das Jubelfest einer reichgesegneten 25-jährigen amtlichen Thätigkeit verbunden. Wir bringen den beiden um das Judenthum und um unseren Verein hochverdienten, ausgezeichneten Männern auch an dieser Stelle die aufrichtigsten Glückwünsche! Der Vorstand des Central-Vereins hat es für seine Pflicht gehalten, die mit den sogenannten „Weihnachtsflugblättern" vielfach geübte Boykottierung der jüdischen Geschäfte mit allen gesetzlichen Mitteln zu bekämpfen. Einer im Dezember 1896 erschienenen Nummer der von Herrn Fritz Stein in Potsdam herausgegebenen „Potsdamer Zeitung" war (und zwar bei allen den Potsdamer Abonnenten zugegangenen Exemplaren) das bei Th. Hentzschel in Leipzig gedruckte Weihnachtsflugblatt beigelegt, welches das aufreizende Motto: „Die Juden sind unser Unglück!" und die höhnische