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Im deutschen Reich · 1897-06-01 · Heft 6 (Juni 1897) · p. 343

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 6 (Juni 1897)
Article
Fürth
Date
1897-06-01
Page
343 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 343 Unterstützungskaffen. Hier wurde er als Betrüger verhaftet, und bei der Verhandlung am Amtsgerichte war er geständig, daß er Katholik sei. Er erhielt drei Wochen Gefängniß." -ft- Wien, 10. Juni. Ueber den zwischen der Wiener Kommune und dem Kaiser-Jubiläums-Theater-Verein abgeschloffenen und vom Stadtrathe genehmigten Vertrag berichtet die „Neue Freie Presse": „Das Theater soll ausschließlich der Pflege des deutschen Dramas, insbesondere des deutschen Volksstückes gewidmet sein; alle Werke, deren Tendenz geeignet wäre, das religiöse Gefühl der christlichen Bevölkerung in irgend einer Weise zu erschüttern, sollen von der Bühne ausgeschlossen sein. Werke, welche das religiöse Gefühl der n i ch L ch r i st l i ch e n Bevölkerung, die ja gleichfalls mit ihren Steuergulden an den Kosten des „Stadttheaters" partizipiren wird, verletzen, wird die kommunale Theatercensur also nicht nur passiren lassen, sondern vielleicht sogar freundlich vorwärtsschieben. Die „Präsidial-Loge" im ersten Range für das Präsidium des Gemeinderathes ist wohlweislich vertragsmäßig vorgesehen, und der „Herr von Wien wird sich nunmehr auch im Theater wie ein kleiner Potentat von seinen Völkern bejubeln laffen können." Zum Oberstabsarzt I. Klasse wurde Dr. Jacob Schaff, zum Oberstabsarzt EL Klasse Dr. Wolfgang Liszniewski ernannt. Den Regimentsärzten Dr. Droch, Dr. Ellbogen, Dr. Frauenglas und Dr. Katz wurde das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. — Der antisemitische Stadtrat Räder hatte es unternommen, 425 Aerzte, von denen ein großer Theil Juden waren, aus der Wählerliste der Aerztekammer zu streichen. Dem darauf von den Aerzten ergriffenen Rekurs hat die Stadthalterei aber sofort Folge geleistet. — Von günstigstem Erfolge war der Appell an die Oeffentlichkeit zu Gunsten der armen jüdischen Schüler des Leopoldstädter Kommunal-, Real- und Obergymnasiums, denen der antisemitische Wiener Stadtrath die Schulgeldbefreiung versagte. Der Gemeinderath Dr. Alfred Stern veröffentlichte das ansehnliche Ergebniß der Sammlung und die Vertheilung der Spenden an die armen Schüler. — Der Schuhmacher Joseph Trawöger, der sich vor dem Welser Kreisgerichte wegen in bäuerlichen Kreisen verübten Betruges zu verantworten hatte, war Vertrauensmann der „Katholischen Volkspartei". Trawöger wurde zu drei Monaten verschärften Kerkers verurtheilt. o Petersburg, 10. Juni. Die Visirung der Päffe der jüdischen Mitglieder des Geologe n-K o n g r e s s e s in Riga findet nach behördlicher Anordnung ohne Weiteres seitens der

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