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Im deutschen Reich · 1897-06-01 · Heft 6 (Juni 1897) · p. 334

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 6 (Juni 1897)
Article
Posen
Date
1897-06-01
Page
334 (sequence 2)
Language
German
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334 Im deutschen Reich. ragender, feierlicher Weise. Schon zwei Tage vorher hatten bei Zöglinge der Gem.-Relig.-Schule mit ihren Lehrern und Kuratoren die Vorfeier durch Festspiele und Ansprachen an den Jubilar, den Gründer und Leiter der Schule, eröffnet. Am 14. d. M. folgte eine seitens des Talmud-Studier-Vereins veranstaltete Feierlichkeit, die mit einem Festessen schloß. Die Hauptfestlichkeit am 15. d. M. wurde im Tempel durch Chorgesang und Gebet eingeleitet und fand unter Betheiligung des Gesammt-Vorstandes, der Repräsentanten der Gemeinde und der Leiter aller hiesigen jüdischen Vereine, sowie eines Theils der Gemeindemitglieder statt, soweit dies die Räumlichkeiten gestatteten. Der langjährige Freund des Jubilars, Oberrabbiner Dr. Auerbach- Halberstadt, war aus der Ferne hierher geeilt, um in einem zündenden Vortrage die vielfachen Verdienste des Gefeierten hervorzuheben. Er würdigte dessen große Wirksamkeit und hervorragende Thätigkeit, unter andern die Gründung des jüdischen Lehrerseminars im Rheinlande, seinem früheren Thätigkeitsfelde. Der Redner betonte, daß der Jubilar einer der ersten Theologen gewesen sei, der eine deutsche Universität besuchte und dem es mit gelungen sei, die bis zur Zeit spezifisch jüdische Wissenschaft auch mit der moderneren des höheren deutschen Lehrstuhls in Einklang zu bringen. Der Schluß der Rede enthielt die innigsten Glückwünsche für den Gefeierten. Darauf dankte der Jubilar in bewegten Worten; er pries den Allmächtigen, der ihn mit seiner großen Gnade soweit geführt habe, und erflehte für die ganze Gemeinde seinen Segen. Alle hiesigen jüdischen Körperschaften hatten Deputationen zur Feier ents.endet und mit der Beglückwünschung des Jubilars unter Ueberreichung von Geschenken und Adressen beauftragt. Auch eine Deputation des Magistrats, an deren Spitze der Bürgermeister sich befand, beglückwünschte den Jubilar. Viele Rabbiner der Provinz überreichten gemeinsam eine Adresse. Der Vorstand des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hatte dem. Jubilar zu seinem Doppelfeste ein inniges Glückwunschschreiben übersandt. An die bedeutsame Feier schloß sich ein solennes Festessen im Stern'schen Saale. ± Königsberg i. Pr., 10. Juni. Die „Königsbg. Hart. Ztg." widerlegte in einem „Das Programm der Antisemiten" überschriebenen Leitartikel fast Satz für Satz das hier als Flugblatt verbreitete Programm der deutsch-sozialen Reformpartei und schrieb sodann: „Wenn wir schließlich auf die spezielle Judenhetze nur mit wenigen Worten eingehen, so hat das seinen Grund darin, weil man sich in Erinnerung an ein bekanntes Sprichwort doch nur ungern entschließt, Pech anzugreisen. Das Wort Kaiser Friedrichs,, daß die Judenhetze „eine Schmach für Deutschland"

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