Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1897)
- Article
- V. L. Berlin
- Date
- 1897-05-01
- Page
- 282 (sequence 2)
- Language
- German
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282 3m deutschen Reich. Glaser, jedoch werden diese von dem kleinen Häuflein Antisemiten so wenig unterstützt, daß sie von ihren polnischen und jüdischen Konkurrenten vollständig in den Schatten gestellt werden. Die Verhältnisse liegen hier so, daß der Einsender betreffender Notiz nur seine eigenen Wünsche kundgegeben und dabei nicht einmal im Einverständniß mit seinen wenigen hiesigen antisemitischen Gesinnungsgenossen gehandelt haben wird, die nicht zahlreich genug sind, um für einen Gewerbetreibenden eine auskömmliche Existenz verbürgen zu können." Frau M. 8l. Berlin. Die Adoptivtochter des Baron Hirsch ist Katholikin. Der „Ortenburger B." schrieb: „Ein namhaftes Geschenk wurde unserer Kirche vom Baron Hirsch zugewendet, nämlich eine neue Orgel, die von der Firma Schwarz in Ueberlingen gebaut wird. Das neue Werk wird demnächst aufgestellt und bei der am 1. k. M. stattfindenden Trauung der Tochter des Barons mit einem bayerischen Officier zum ersten Male gespielt werden. In der „Staatsbürger-Ztg." waren bei dem Druck dieser Notiz die Worte „Baron" und „Officier (!)" besonders hervorgehoben und die Bemerkung hinzugefügt: „Wir lassen diese doppelte Satire ohne jeden Kommentar auf unsere Leser wirken!" — W i r auch! A. K. Berlin. Die „Tägliche Rundschau" brachte am 19. d. M. nach der „Kreuz-Ztg." einen Hinweis auf die nationale Gesinnung der englischen, französischen, polnischen, czechischen, magyarischen u. s. w. Sozialdemokraten und schrieb die internationale Haltung der deutschen Sozialdemokratie dem Einfluß ihrer jüdischen Führer zu. Dabei hat die „Tägliche Rundschau" selbst erst vor kurzer Zeit berichtet, daß der Sozialdemokrat Schönlank, welchen sie bei andern Gelegenheiten seiner Abstammung wegen als Juden bezeichnete, gegen seine arischen Genossen die Pflicht der Vaterlandsliebe energisch betonte. A. Z. Berlin. Die Transvaal - Phantasien des Antisemiten-Blattes kümmern uns nicht, da der verstorbene Dr. Beit nicht Jude war und der angeblich „jüdische" Rechtsanwalt Dr. Gobert weder Jude ist, noch von Juden stammt. Frau E. M. Breslau. Nichts liegt uns ferner als die Boykottirung einzelner Sommerfrischen und Badeorte; wir haben nur wiederholt empfohlen, streng diejenigen zu meiden, welche vorzugsweise von Judengegnern besucht werden und wo Juden Beleidigungen zu befürchten haben. Antisemitische Blätter haben dagegen erst neuerdings ihre Gesinnungsgenossen vor dem Besuche des Badeortes Swinemünde gewarnt und dies aus keinem andern Grunde, als weil angeblich die dortigen Wirthe ihre Säle weder sür die Versammlungen der