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Im deutschen Reich · 1897-04-01 · Heft 4 (April 1897) · p. 238

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 4 (April 1897)
Article
C. H. Dresden
Date
1897-04-01
Page
238 (sequence 2)
Language
German
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238 Im deutsche» Reich. land von Juden zu befreien, als ein allgemeines Schächtverbot." Zimmermann und Genossen machen also kein Hehl daraus, daß das Schächtverbot nichts mit dem Thierschutz zu schaffen hat, so wenig wie sie das Verbot der Beschneidung mit dem Kinderschutz zu begründen versuchen. I. 8. Leipzig. Die Mittheilung, daß ein Herr M a n a s s e am 13. d. M. polizeilich verhindert wurde, die dortigen Sozialdemokraten zu belehren, wie man sich zu dem Austritt aus der Landeskirche zu verhalten habe, war uns sehr interessant. Vor Kurzem schrieben antisemitische Blätter, die Thatsache, daß ein Jude namens Abrahamson sich hier in Berlin in dem Bezirksvereine der Rosenthaler Vorstadt in die Kirchenvorstandswahlen gemischt habe, hätte Herrn Pastor Burkhardt zu einer scharfen Aeußerung veranlaßt. Da dieser Abrahamson von uns trotz aller Mühe nicht zu ermitteln war, baten wir den Herrn Pastor selbst um gefällige Auskunft und erfuhren nun, daß nicht ein Herr Abrahamson, sondern ein Herr W a l d e ck M a n a s s e sich über die Kirchenvorstandswahlen in der von ihm gerügten Weise geäußert habe. Dieser Herr, welcher hier längst als Leiter der „Freidenker" -Bewegung bekannt ist und nun auch in Leipzig hat für den Austritt aus der Landeskirche wirken wollen, ist trotz des Namens „Manasse" ebenso wenig Jude wie zahlreiche, hochachtbare Amtsbrüder des Herrn Pastor Burkhardt, die trotz ihrer alttestamentlichen Namen keiner jüdischen Familie entsproffen sind. G. V. Heidelberg. Der antisemitische „Bad. Volksbote" hat über den Tilsiter „D am en-K affe e" nichts Unwahres berichtet, insoweit er mittheilt, daß von dem Ertrage der Sammlung 30 Mk. dem israelitischen Armenverein überwiesen worden sind. Wenn, er dabei sagt: „Was für „deutsche" Frauen mögen dabei tonangebend gewesen sein?" so diene ihm zur Antwort, daß im Festausschuffe nur eine einzige jüdische Dame war, und daß es den christlichen Damen des Komitees zur Ehre gereicht, daß sie durch jene Zuwendung die rege Betheiligung der jüdischen Bevölkerung Tilsits an allen wohlthätigen und gemeinnützigen Bestrebungen anerkannten. Abonnementspreis für Nicht - Vereinsmitglieder pro Jahr: 3 Mk. -Preis der Einzelnummer: 50 Pf.- Eingetragen in die Postzeitungsliste unter Nr. 3525. Redaktions-Bureau des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Berlin NW., Karl-Straße 2<»U- Für die Redaktion verantwortlich: Alphonse Levy, Berlin.

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