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Im deutschen Reich · 1897-04-01 · Heft 4 (April 1897) · p. 237

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 4 (April 1897)
Article
K. M. Frankfurt a. M.
Date
1897-04-01
Page
237 (sequence 2)
Language
German
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Briefkasten der Redaktion. 237 m ihrem eifrigen Streben nach „Objektivität" dem Führer der ftanzösischen Antisemiten, Drumont, ein ehrendes Zeugniß in der Panama-Sache ausstellte. Die „Tägl. Rundschau" bezeichnetdieses Zeugniß für um so ehrenvoller, weil es von einem „jüdischen" Blatte ausgehe. Wenn die Redaktion der „Frankfurter Zeitung" vorher geahnt hätte, daß man ihr Blatt trotz des Drumont-Lobes als ein „jüdisches" bezeichnen würde, hätte sie sich vielleicht genauer nach den Beweggründen des Redakteurs der „Libre Parole" erkundigt. L. K. Elmshorn. Daß Karl Mahr . den vielfach als antisemitisch aufgefaßten Strophen seines in den „Elmshorner Nachrichten" veröffentlichten Gedichtes eine harmlose Deutung gab, ist erfreulich und ein Erfolg der beiden Herren, den die Pinneberger Korrespondenz des hiesigen Antisemitenblattes ebensowenig zu schmälern vermag, wie die Bemerkung der dortigen „Nachrichten." C. H. Dresden. Ueber das Kapitel „Christliche Gehilfen und Dienstboten in jüdischen Häusern" ist kaum noch Neues zu sagen. In Nr. 98 des dortigen Antisemitenblattes „Deutsche Wacht" vom 8. April d. I. wurde unter „Gerichtliches" berichtet: „Landgericht. Der mit einem Gehalt von 10 Pfg. pro Stunde in dem Detektiv-Institut von Noack in Dresden aushülfsweise beschäftigte Angeklagte, Ludwig Paul Bär, wurde wegen Betrugs und Beilegung eines ihm nicht zukommenden Titels (§ 132 des N.-St.-G.-B.) zu einer Gesammtstrafe von 5 Wochen Gefängniß verurtheilt." Wie ergreifend würde der antisemitische Redakteur das Schicksal des mit 10 Pfennigen pro Stunde besoldeten, durch die Noth zum Verbrechen getriebenen Ludwig Paul Bär geschildert haben, wenn Herr Noack in Dresden — ein Jude wäre! — Das edle Blatt, welches vor 3^ Jahren dort aufAktien gegründet wurde, hat auch imJahre 1896 schlechte Geschäfte gemacht. Der Verlust de^ Aktien-Gesellschaft „Deutsche Wacht" hat sich nach der jetzt veröffentlichten Bilanz von 129 619,20 Mark aus 152 899,25 Mark erhöht. Die Aktionäre werden davon nicht sehr erbaut sein. Inzwischen arbeitet die Redaktion in demselben Sinne frisch weiter. Ein vereinzelter Unfall, der unter Tausenden von Beschneidungen, welche jährlich in New-Pork vollzogen werden, dort kürzlich einem gewissen Lubolsky, Nr. 37, East Broadway, begegnet ist, hat die „New-Porker Staatszeitung" zu der Forderung veranlaßt, daß die Beschneidung nur von ärztlich ausgebildeten Leuten ausgeführt oder ganz verboten werden müsse. Dazu bemerkte das Organ des Reichstagsabgeordneten Zvnmermann: „Wir möchten empfehlen, diesen Vorschlag für Deutschland einmal in Erwägung zu ziehen, sicherlich wäre seine Durchführung ein noch wirksameres Mittel, Deutsch- 16*

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