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Im deutschen Reich · 1897-04-01 · Heft 4 (April 1897) · p. 223

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 4 (April 1897)
Article
Ratibor
Date
1897-04-01
Page
223 (sequence 2)
Language
German
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Kottefponbenjen. L2S Darauf stieß er den wehrlosen Bergmann zu Boden und bearbeitete ihn mit den Stiefeln. Der Kämmerer Nowak betheiligte stch an diesen Brutalitäten. Später fand man den Mißhandelten in einem bejammernswerthen Zustande. Sein Gesicht war von Hautabschürfungen entstellt, und über dem linken Auge klaffte eine offene tiefe Wunde, die anscheinend mit einem stumpfen Instrument beigebracht worden war. Die Augen waren blutunterlaufen und so angeschwollen, daß der Augapfel förmlich verschwand. Bald nach diesem Vorfall siedelte Dr. Schramm von Loslau nach Leipzig über und wurde dort, als er eine — Vergnügungsreise nach Frankreich antreten wollte, wegen Fluchtverdachts verhaftet. Der Gerichtshof erkannte gegen Schramm auf 1020 Mk. und gegen Nowak auf 500 Mk. Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte gegen beide längere Freiheitsstrafen beantragt. Thorn, 8. April. In der gestrigen Sitzung der hiesigen Stadtverordneten-Versammlung richtete der Stadtverordnete Lambeck an den Magistrat die Anfrage, ob derselbe sich die Verfügung der Regierung, durchweiche die Genehmigung der Anstellung der Lehrerin Caro an der Knaben-Mittelschule versagt wurde, ohne Weiteres gefallen lassen werde. Da Stadtrath Rudies darauf erwiederte, daß sich der Magistrat bei dem Bescheide der Negierung beruhigen wolle, trotzdem in der Schuldeputation beschlossen worden, eine Beschwerde an den Minister einzureichen, beantragte Stadtverordneter Lambeck die Absendung der Beschwerde, um wenigstens darüber Auskunft zu erhalten, ob etwa nur konfessionelle Gründe die Negierung zur Versagung der Bestätigung der Anstellung von Frl. Caro veranlaßt hätten. Nachdem aber mitgetheilt worden, daß diese Hilfslehrerin die ihr angebotene Stellung gar nicht habe annehmen wollen, wurde der Lambecksche Antrag nicht aufrechterhalten, sondern der Magistratsvorlage, die Anstellung eines Elementarlehrers betreffend, zugestimmt. ® Posen, 17. April. Der „Posener Zeitung" wurde aus Wollstein, einem Hauptagitationsort der Antisemiten, berichtet: „Der Sturm gegen den V o r s ch u ß v e r e i n ist zurückgeschlagen worden; die Antisemiten haben eine schmähliche Niederlage erlitten. Die Generalversammlung hatte die Tagesordnung: „Ausschluß der drei Genossen Richter, Hecker und Steinhorst." In überzeugender Weise führte der Vorsitzende, Justizrath Hoegg, aus, daß der heutige Akt ein unabwendbarer sei. Es handele sich darum, ob die drei Herren, welche an der Spitze der b a u e r n b ü n d l e r i s ch e n Kassen Duden, in bem Vereine weiter verbleiben oder nach Maßgabe des Statuts ausgeschlossen werden sollten und damit dem Vereine Die segensreiche Thätigkeit, die er schon dreiunddreißig Jahre ohne einen

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