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Im deutschen Reich · 1897-03-01 · Heft 3 (März 1897) · p. 176

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 3 (März 1897)
Article
Graz
Date
1897-03-01
Page
176 (sequence 2)
Language
German
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176 Im deutschen Reich. urtheilt. Weil der Vertreter Arlts vr. Birnbacher in der Verhandlung die drei Studenten als Feiglinge gebrandmarkt hatte, wurde er von denselben gefordert, vr. Birnbacher lehnte ab, da er als Anwalt gesprochen. Nun verklagten ihn die Studenten wegen Ehrenbeleidigung. In der am 13. d. M. stattgehabten Gerichtsverhandlung wurde vr. Birnbacher freigesprochen, da er den Ausdruck „Feiglinge" nur allgemein zur Kennzeichnung des Vorganges gebraucht habe. chj: Rom, 10. März. Der jüdische Oberlieutenant U r t u m wurde zum Adjutanten des Königs von Italien befördert. — Ulderico Levi, der frühere Adjutant des Generals Cialdini und Abgeordneter der Stadt Reggio, ist zum Senator des Königreichs Italien ernannt worden. Nereittsrmchrichterr. Die am 3. März d. I. im „Münzhof" abgehaltene Versammlung der in Berlin kl. und N.O. wohnenden Mitglieder des Central-Vereins war gut besucht. Herr vr. meä. Julius Moses hielt einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über „Berthold Auerbach und der Antisemitismus", der sich zum Theil auf die von Spielhagen gesammelten und veröffentlichten Briefe Berthold Auerbachs an seinen Freund Jacob Auerbach gründete. Am 25. Februar 1812 zu Nordstetten geboren, besuchte Berthold Auerbach nach vollendetem 13. Lebensjahre die Rabbinatsschule zu Hechingen, ging dann nach Karlsruhe und später an das Gymnasium zu Stuttgart. Auf der Universität wandte er sich von der Theologie ab, studirte erst Jurisprudenz und schließlich Philosophie. Nachdem er als Student wegen angeblicher demagogischer Umtriebe zwei Monate Festungshaft verbüßt hatte, war Auerbach in Frankfurt a. M. und Mainz literarisch thätig und errang durch seine Werke „das Judenthum und die neueste Literatur", „Spinoza", „Dichter und Kaufmann" schriftstellerischen Nus, der durch eine vorzüglich« Uebersetzung der Werke Spinozas noch vermehrt wurde. Im Jahre 1849 zog er nach Dresden, wo er die berühmten „Schwarzwälder Dorfgeschichten" verfaßte, die einen großen Leserkreis

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