Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 3 (März 1897)
- Article
- Altstrelitz
- Date
- 1897-03-01
- Page
- 175 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 175 lonbuft in Bewegung. Dem Kriegerverein folgten die Schützen- Kompagnie und der Männerturnverein (allen diesen gehörte der Verstorbene als Ehrenmitglied an). Daran schloffen sich die technischen Bereinigungen in vollem Wichs mit ihren Fahnen. Dem Leichenwagen schritt ein Mitglied deS Kriegervereins vorauf, auf einem Kiffen die Orden deS Verblichenen tragend. Alle Straßen, die der Trauerzug passirte, waren dicht mit Menschen gefüllt; selten hat hier ein so großartiges Leichenbegängniß stattgefunden. Wien, 10. März. Der antisemitische Abgeordnete Mechaniker Schneider wurde am 8. d. M. wegen Beleidigung zu einem Monat Arrest verurtheilt. Schneider ist schon früher wegen Beleidigung I» 50 Gulden und wegen Uebertretung zu 30 Gulden Geldstrafe verurtheilt worden. — Bei einer Säbelmensur zwischen dem Techniker Silbererz von der jüdischen Verbindung „ K a d i m a h " und dem Juristen Heller vom Corps „Danubia" wurde Heller das Auge heraus- > «schlagen. Der Verletzte wurde in bewußtlosem Zustande ln >as allgemein« Krankenhaus gebracht. Die Aerzte, welche sofort erannten, daß die Verwundung in Folge eines Duells herbeigeführt vorden, machten pflichtgemäß der Polizeibehörde von dem Vorfälle Anzeige, welche daraufhin Silberberg, alle vier Sekundanten und die Unparteiischen verhaftete. — Der in Wien verstorbene Landesgerichtspräsident Hofrath M i e s r i e g l e r, der aus einer alten kathoischen Familie stammte und ein bedeutendes Vermögen hinterließ, iat in seinem Testamente den Wunsch ausgedrückt, daß seine 60 Erien sich sämmtlich von der antisemitischen Bewegung fern halten »ächten, die sich zwar zunächst gegen die Juden richte, aber auch mdere Konfessionen schädigen werde. K Graz, 15. März. Wie vor Kurzem berichtet wurde (Heft 2, Jahrgang III d. Zeitschr. S. 108), hatten sich die Mediziner Karl Hirzegger, Heinrich und Karl Hager vor dem hiesigen Bezirksgericht verantworten müffen, weil sie den stnd. pliil. Ferdinand Mer von Arlt als „Judenstämmling" aus dem Ballkomitee auschlossen und für nicht satisfaktionsfähig erklärten. Arlts mütterlicher Zroßvater war der I u d e Ritter von Königsberg, Bescher des Rothen Adlerordens, des Ordens der Eisernen Krone und msönlicher Anerkennungsschreiben Kaiser Wilhelms I. Der Richter Her Instanz sprach die drei Studenten frei, weil der Animus njuriandi gefehlt habe. Der Appellsenat hob aber das erstrichterliche lrtheil auf und erkannte alle drei Angeklagten schuldig. Hirzegger rurde zu achtzig' Gulden Geldstrafe event. acht Tagen Arrest, die lrüder Hager zu je fünfzig Gulden event. fünf Tagen Arrest ver- 12