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Im deutschen Reich · 1897-03-01 · Heft 3 (März 1897) · p. 174

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 3 (März 1897)
Article
Mainz
Date
1897-03-01
Page
174 (sequence 2)
Language
German
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174 Im deutschen Reich. — Diese Darstellung entspricht , den thatsächlichen Verhältnissen nicht. Wenn auch Berger nicht eigentlich der „Deutsch-sozialen Reformpartei" angehört, so ist er doch offenkundig der Leiter des antisemitischen „Deutschbundes für Mainz und Umgegend" gewesen und hat als solcher wie als Verbreiter des antisemitischen „Adreßbuchs für Mainz" und durch seine Propaganda für den „Deutsch-Kalender" sich in bewußten Widerspruch gegen den wider den Antisemitismus gerichteten ministeriellen Erlaß gesetzt, der ihm wie jedem anderen hiesigen Lehrer amtlich zur Kenntniß gebracht wurde. Dies war ein hinreichender Grund für seine Versetzung. Gießen, 21. März. Der Führer der deutsch-sozialen Reformpartei in Friedberg in Hessen, Lieutenant a. D. Kaiser, ist auf Antrag des Grafen von. Leiningen in Elbenstadt, dessen Hofrath er früher war, in Hanau wegen Unterschlagung verhaftet und hierher in's Untersuchungsgefängniß gebracht worden. A Altstrelitz, 11. März. Im 78. Lebensjahre ist heute hier in seinem Geburtsorte Altstrelitz der Professor Daniel Sanders gestorben, welcher als Herausgeber der „Zeitschrift für deutsche Sprache", als Verfaffer des „Wörterbuchs der deutschen Sprache" und zahlreicher anderer bedeutender Werke sich um die Sprachwissenschaft unvergängliche Verdienste erworben hat. (Unserer Zeitschrift widmete der berühmte Gelehrte ein besonderes Wohlwollen. Am 15. Juni 1895 schrieb er uns: „Für die freundliche Zusendung des ersten Heftes der Zeitschrift „Im deutschen Reich" und das gefällige Begleitschreiben beeile ich mich Ihnen umgehend meinen verbindlichsten Dank auszusprechen, mit dem lebhaften Wunsche, daß Ihr so dankenswerthes Unternehmen den sehr wünschenswerthen Erfolg haben möge. Was ich dazu beitragen kann, werde ich mit Vergnügen thun, namentlich werde ich das neue Unternehmen der Bücheranzeige meiner „Zeitschrift für deutsche Sprache" einverleiben. Zugleich füge ich einliegend einen allerdings schon 14 Jahre alten Schwank bei, der leider noch immer nicht veraltet ist. Ob Sie diesen Schwank in der neuen Zeitschrift erneuern wollen, stelle ich ganz dem Ermessen der Redaktion anheim. Ihr hochachtungsvoll ergebener Dan. Sanders." (Das erwähnte Gedicht, betitelt „Ein Schwank von Hans Sachs dem Jüngeren" ist darauf von uns in dem Heft 2 des I. Jahrganges im August des Jahres 1895 veröffentlicht worden. D. Red.) -r- Am 14. März fand in der hiesigen Synagoge eine Trauerfeier für Daniel Sanders statt, welcher die Spitzen der Behörden und Vertreter sämmtlicher Vereine der Stadt beiwohnten. Rach der ergreifenden Gedächtnißrede des Oberrabbiners Dr. Hamburger setzte 'sich der Leichen-

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