Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 3 (März 1897)
- Article
- Hamburg
- Date
- 1897-03-01
- Page
- 172 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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172 3ta deutschen Reich. Nachrichten", im „Hamburgischen Correspondenten" und dem ^Hamburger Fremdenblatt" auf Kosten der beiden Angeklagten öffentlich bekannt zu machen." — Das „Deutsche Blatt" veröffentlicht nachstehende Erklärung: „In der am 16. Febr. d. I. in Kiel stattgehabten Versammlung des Liberalen Vereins hat nach dem Bericht der „Kieler Ztg." der Vorsitzende des Vereins, Chefredakteur und Stadtverordnetenvorsteher Niepa, geäußert: „Was die Sozialdemokraten im Laufe der Jahre an Bildung, das haben die Antisemiten an Rohheitder Verhetzung gewonnen". Ich erkläre hiermit vor der Oeffentlichkeit, daß diese ohne den Schatten eines Beweises aufgestellte Behauptung des Chefredakteurs und Stadtverordneten-Vorstehers Niepa eine beleidigende und freche Lüge ist^ Graf Reventlow, Vorsitzender des Vereins der Deutsch-sozialen Reformpartei zu Kiel". — Dazu bemerkt das „Hamburger Fremdenblatt": „Da Graf Reventlow, ehe er auf die Antisemiten kam, Rechtsanwalt war, so wird er wiffen, welche Tragweite eine so kühne Behauptung einem so angesehenen Manne wie Herrn Niepa gegenüber hat". — In kühnen Behauptungen scheint Graf Reventlow groß zu sein; er ließ f. Zt. unsere Aufforderung, in der Affaire Jacobsen- Kiel der Wahrheit die Ehre zu geben, völlig unbeachtet und blieb bei der „kühnen Behauptung", deren Unhaltbarkeit bereits fast allgemein bekannt war. Dresden, 10. März. Der Privatdozent Dr. phil. Richard Koppel an der hiesigen technischen Hochschule ist zum außeretatsmäßigen, außerordentlichen Profeffor ernannt worden. — Der bekannte Verbreiter der berüchtigten antisemitischen Bilderbogen, Ferd. Wold. G l ö ß, wurde in Dresden verhaftet, weil er eine zweimonatliche Gefängnißstrafe nicht angetreten hatte, zu welcher er wegen Be« leidigung des jüdischen Kaufmannes Baruch Heller verurtheilt worden war. D Nürnberg, 12. März. Vor einigen Tagen wurde auf dem hiesigen israelitischen Friedhof ein Veteran, der im Alter von 48 Jahren hier verstorbene Julius Ollendorf aus Rawitsch, mit militärischen Ehren beerdigt. Derselbe hat im 6. Grenadier-Regiment gedient und ist bei Sedan schwer verwundet worden. Herr Rabbiner Dr. Ziemlich hielt eine ergreifende Grabrede; hierauf widmete der zweite Vorstand des Kriegervereins dem wackeren Kameraden Worte des Abschiedes, und dann wurden die üblichen drei Salven abgegeben. £2 Landshut, 3. März. Unter den Bewerbern um das hiesige Stadttheater befand sich auch der bisherige Direktor des Theaters in Amberg, C: M. Brackl, dem das Gemeindekollegium die Theater-