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Im deutschen Reich · 1897-03-01 · Heft 3 (März 1897) · p. 167

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 3 (März 1897)
Article
Landsberg a. W.
Date
1897-03-01
Page
167 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Korrespondenzen. 167 Strafantrag. Der Staatsanwalt von Petzinger beantragte 3 Monate Gefängniß. - Werner erklärte, daß er Herrn von Liebermann garnicht gekannt habe und daß derselbe garnicht von ihm gemeint sei. Er nannte einen anderen,. angeblich von ihm gemeinten Herrn, worauf der Gerichtshof die Verhandlung vertagte, um die von dem Angeklagten vorgeschlagenen Zeugen zu vernehmen. — Heber die am 9. d. M. stattgehabte Schöffengerichtsverhandlung in dem Privatbeleidigungsprozeß des Schlächters und Gastwirths Samuel Loewenthal aus Battrow bei Linde (Westpreußen) berichtete das antisemitische Landsberger Blatt: „Der Herr Vorsitzende gab sich die größte Mühe, einen Vergleich zu Stande zu bringen; von dem Herrn Rechtsanwalt Schocken Hierselbst wurden aber solche Bedingungen gestellt, auf die Herr Werner nicht eingehen konnte, und auf einen von Herrn Werner angebotenen Vermittelungsvorschlag, zu erklären, daß es möglich sei, daß er durch seine Zeugen falsch unterrichtet sei, und in diesem Falle den Artikel bedauern würde, ging der gegnerische Anwalt nicht ein, so daß das Gericht auf Antrag unseres Redakteurs den Termin vertagte und beschloß, die von demselben angegebenen vier Zeugen tommiffarisch zu vernehmen." 53 Sagan, 3. März. Als vor Kurzem berichtet würde, daß der einzige in Preußen vorhandene jüdische Bürgermeister gestorben sei, schrieb die antisemitische „Deutsche Wacht": „Es giebt noch einen jüdischen Bürgermeister in Preußen, vielleicht noch mehr. Aber in Sagan ist die Sache sicher; der Betreffende hatte vorher die gleiche Würde in Fraustadt bekleidet. Ueber die Antrittsrede des hiesigen Bürgermeisters berichtete das Antisemitenblatt: „Herr Simon dankte für die Ehre und Vertrauensbeweise. Zu den verschiedenen politischen Parteien werde er sich möglichst objektiv stellen und stets nur das Wohl der Stadt im Auge haben. Er werde auch bemüht sein, den konfessionellen Frieden in jeder Hinsicht zu wahren, sowohl den evangelischen als auch den katholischen und andersgläubigen Einwohnern der Stadt gegenüber. Wie die Konfession im Reiche kein Trennungsgrund sein sollte, so solle es auch im Kommunal-Leben sein, sonst kämen wir in mittelalterliche Zustände. Das Blümchen Antisemitismus soll hier keinen Boden finden und sich zu einer Wucherpflanze entwickeln". Die „Deutsche Wacht" fügte denunzirend hinzu: „Ist Sagan ein Ghetto, daß der Mann da so auftreten darf? Und gehört die Bekämpfung politischer Parteien zu eines Bürgermeisters dienstlichen Aufgaben? Der Regierungsvertreter stand dabei." *— Dazu ist zu bemerken, daß Herr Bürgermeister Simon in Sagan Christ ist und von christlichen

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