Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1897)
- Article
- Frankfurt a. M.
- Date
- 1897-02-01
- Page
- 105 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 106 stehend bezeichnet und zur Bekämpfung deS deutsch-nationalen Verbandes aüffordert. MS Schack-Hamburg, der als Referent' das Schlußwort hatte, u. A. sagte, die jüdischen Handlungsgehilfen hätten keinen Vaterlandssinn, wurden heftige Proteste laut. Nachdem die Beifallsrufe der Antisemiten und die Pfuirufe ihrer Gegner verhallt waren, wurde schließlich die Löb'sche Resolution gegen die Stimmen der Antisemiten angenommen und die Versammlung unter allgemeiner Erregung geschloffen. Dresden, 11. Februar. Die antisemitische „Deutsche Wacht" berichtet unter der Spitzmarke „Nobilitirung eines Juden": „Wie uns von befreundeter Sefte mitgetheilt wird, bemühen sich z. Z. gewisse vornehme Kreise Dresdens um die Erhebung eines bekannten Dresdner Juden in den Adelftand. Wir nehmen mit Bedauern von dieser Angelegenheit Kenntniß, können uns jedoch die Bemerkung nicht versagen, daß durch derartige Bestrebungen weder dem sächsischen Adel noch dem Hof ein Dienst erwiesen wird. Unser Adel, auch der höchste, kann sich nur dann seine Bedeutung für Staat und Gesellschaft wahren, wenn er allen „finanzaristokratischen" Machenschaften zum Trotz sich seine deutsche Blutsreinheit bewahrt. Jede Durchbrechung dieses Grundsatzes schädigt ihn und bringt ihn seinem Verfall näher!" — Daß in den vornehmen Kreisen Dresdens eine solche Stimmung herrscht, verdanken die dortigen Juden nicht zum Mindesten der nicht vornehmen Kampfesweise der Antisemiten Glöß, Zimmermann und. Welcker! © Freiberg i. S., 3. Februar. Die in dieser Zeitschrift (Heft 1 Jahrg. 3 S. 54) widerlegte, das hiesige Geschäft von Emil M a r t i e s s e n betreffende falsche Notiz der „Deutschen Wacht" ist von diesem Dresdener Antisemitenblatte nachträglich am 2. d. M. in folgender Weise widerrufen worden: „Berichtigung. Es ist in der in Nr. 6 unserer Zeitung vom 6. Januar 1897 enthaltenen, aus Freiberg stammenden Notiz, daß in der Neujahrsnacht in dem Waarenlager der dortigen Filiale des „Hamburger Warenhauses" ein Brand entstanden sei, fälschlicher Weise angenommen , daß das in Frage stehende Geschäft in jüdischen Händen sei; der betreffende Inhaber ist Christ. In der erwähnten Notiz hat ein Verdacht, der Brand sei durch Verschulden des Geschäftsinhabers entstanden, nicht ausgesprochen werden sollen." — Die Fassung der Notiz ließ kaum eine andere Deutung zu! □ Jena, 1. Februar. Vor Jahresfrist war, unterzeichnet'vom „Medizinischen Verein der Universität Jena", am schwarzen Brett der hiesigen Universität ein Anschlag zu lesen, der zum Eintritt in