Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1897)
- Article
- Großreken bei Coesfeld
- Date
- 1897-02-01
- Page
- 103 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 103 die Verhandlung statt, welche damit endete, -daß die- Werferin, Franziska Becker, zwar mit einem Verweise davonkamaber zur Tragung der Gerichtskosten verurtheilt. wurde. K Hamburg, 10. Februar. . Das „Hamburger Fremdenblatt" schrieb: Als Bürgerschafts-Kandidaten für den 7. Bezirk hat die deutsch-soziale Reformpartei den bekannten Porzellanmaler Friedrich Raab aufgestellt und für denselben folgendes wunderbare Programm zusammengeleimt: „Stufenweis aufsteigende Umsatzsteuer für solche Großgeschäfte, die ihre Waaren hauptsächlich unmittelbar an die Verbraucher absetzen, Ausscheidung jüdischer Kinder aus den allgemeinen Schulen und Errichtung besonderer Schulen für Juden, Verweigerung der Aufnahme ausländischer Juden in den Staatsverband, Ausweisung ausländischer Juden, Nichtanstellung von Juden als Beamte, Aufstellung und dauernde Führung einer Statistik über die in Hamburg lebenden Personen jüdischer Abstammung, Schächtverbot, wissenschaftliche Prüfung der jüdischen Neligionsvorschriften bezüglich ihres Inhaltes und ihrer Verbindlichkeit." Herr Raab wird wohl seine Wähler in eine Droschke packen und nachher mit ihnen Skat spielen können." — Ganz« so geringfügig ist die Zahl der auf den Kandidaten der deutsch - sozialen Reformpartei, F. Raab, gefallenen Stimmen schließlich doch nicht gewesen.- Auf denselben entfielen von 571 abgegebenen Stimmen 158. Bremen, 1. Februar. In Nr. 3 des von dem hiesigen Pastor Dr. Veeck herausgegebenen „Deutschen Protestantenblattes" wurden „Briefe einer Alten an eine junge Freundin über Antisemitismus" veröffentlicht, in welchen u. A. gesagt wurde: „Du fragst mich, was ich vom Antisemitismus halte, ob er. nicht eine Berechtigung habe, und schwankst etwas auf die Seite desselben. Ich muß Dir sagen, ich alte Frau halte denselben für die größte Schmach des Jahrhunderts. Ein Volk auf alle Weise zu schelten, zu verachten, dessen Glieder als friedliche Bürger unter uns leben, unter welchen es wahre Zierden der menschlichen Gesellschaft giebt, seien es Juristen, Journalisten, Aerzte oder Kaufleute, Frauen, in christlichen Schulen gebildet mit regstem, geistigem Streben, einfach, schlicht, segensreich in ihren Familien wirkend und immer bereit, Barmherzigkeit zu üben. Glaube mir, die Putz- und Modenärrinnen, welchen die orientalische Abkunft noch an den Fersen hängt, sind diesen ebenso ekelhaft als der ordinäre Fondsjobber dem gebildeten Juden. Und wenn wir der Todten hier gedenken —■ es war ein Jude — Salomon Heine, welcher nach dem großen Brande 1642 ohne Zagen sein Vermögen zur Errettung