Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1897)
- Article
- Schroda [Nachricht]
- Date
- 1897-02-01
- Page
- 102 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Im deutschen Reich. O Schroda, 12. Februar. Zum stellvertretenden Bürgermeister' ist hier Rechtsanwalt M i ch a e l s o h n gewählt und als solcher von der Regierung zu Posen bestätigt worden. b Wollirr, 1. Februar. Die Zeitung „Usedom-Wolliner Dampfboot" hat aus Anlaß des 25 jährigen Jubiläums des hiestgen Kaufmanns Hermann Schlesinger als Stadtverordneten eine Festnummer herausgegeben. In, derselben werden die Verdienste des Jubilars, der übrigens auch seit 26 Jahren Vorstand der W.olliner jüdischen Gemeinde ist, eingehend gewürdigt und besonders hervorgehoben, was er als stellv. Stadtverordneten-Vorsteher, als Begründer der städtischen Sparkasse und in der Verwaltung des Bürger- Hospitals geleistet hat. Bei der Feier im Stadtverordneten-Saale, bei. welcher der Landrath von Puttkamer-Swinemünde und der Bürgermeister Kasch den Jubilar in längeren Ansprachen beglückwünschten^ hielt Stadtverordneten-Vorsteher Dr. Hafemann die Festrede. In derselben wurde ausdrücklich betont, „das Fest sei ein Ereigniß, welches auch die Mitbürger des Jubilars ehre und ein schönes Zeichen für den konfessionellen Frieden, der unter der Bürgerschaft Wollins stetsgeherrscht habe." t> Düsseldorf, 2. Februar. Der am 2. Dezember 1896 h^er verstorbene Bankier D. F l e ck hat der Stadt Düsseldorf 500000 9)tL zur Unterstützung von Hilfsbedürftigen ohne Unterschied der Religion und der jüdischen Gemeinde 300000 Mark zum Bau eines israelitischen Krankenhauses ausgesetzt. In dem letzteren sollen nach. der Bestimmung des Testators auch Andersgläubige Aufnahme finden. Der „Verein zur Verbreitung des Handwerks unter den Juden" erhielt ein Legat von 10000 Mark. X Krefeld, 2. Februar. Ein Führer der hiesigen Antisemiten^ der Hefehändler August. W i n t j e n s A ist wegen Verdachts, sich an Erbschaftsunterschlagungen und Betrügereien betheiligt zu haben, verhaftet worden. Aus dem Nachlasse der Wittwe Matthey in M.-Gladbach sind nämlich 110000 Mk. verschwunden, wovon 77 000 Mark bei hiesigen und Gladbacher Bankhäusern als verkauft nachgewiesen wurden, während über die verbleibenden 33000 Mk. noch nichts bekannt geworden ist. Außer Wintjens wurde dessen Cousine^ die Ehefrau des Agenten Hub. Schmitz aus. M.-Gladbach, festgenommen. Großreken bei C o e s f e l d , 5. Februar. Am jüdischem Neujahrsfeste wurde ein Fenster der hiesigen Synagoge muthwillig von einem Mädchen eingeworfen, das bei einem bekannten Antisemiten wohnte. Die Sache gelangte zur Anzeige, und am 27. Januar fand