Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1897)
- Article
- Aus lichteren Tagen
- Date
- 1897-02-01
- Page
- 82 (sequence 1)
- Language
- German
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-82 Aus lichteren Tagen. Mit ungedruöten Briefen Anastasius Grüns und Ludwig August FranHs. V. ^Dhne Kommentar sei das folgende launige Schreiben Frankl» mitgetheilt. Die einzige Bemerkung, die sich uns dabei aufdrängt, sei für den Schluß aufgespart: Wien, 29. November 1862. Verehrter Freund! Zu wahrer Betrübniß erfahre ich,. daß Sie anhaltendes Unwohlsein von Wien fern hält, wenn es nicht der dorror vaeui der Herrenhaus-Verhandlungen ist. Ich bin besorgt, daß vielleicht die heuer aus Pflichttreue aufgegebene Badereise sich rächt. Eine lange und trübe Jahreszeit hat begonnen, es wäre traurig, wenn Sie dieselbe nicht gesund und dann auch nicht schöpferisch zubrächten. Sehen Sie Uhland! Kein Hahn würde um seine ganze Landtags-Thätigkeit krähen, wenn er eben nicht der Dichter wäre. Ich schicke voraus, daß ich Uhland als einen Meister ehre, dessen sittliche Reinheit die Kraft seiner Phantasie überbietet. Ich habe von ihm gelernt und bin ihm dankbar verpflichtet. Ein erster Deutscher Dichter kann er mir kaum in der Gegenwart, gewiß nicht zu unserer großen Literaturepoche gehalten, erscheinen. Im Liede meistern ihn Göthe und Heine und in der Ballade wieder Göthe. Interessant ist der Ausspruch Göthe's zu Eckermann, daß er das Aufsehen nicht gerechtfertigt finde, welches die Lieder Uhland's erregten, wohl aber habe er die