Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1897)
- Article
- A. G., Dresden
- Date
- 1897-01-01
- Page
- 64 (sequence 2)
- Language
- German
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64 3m deutschen Reich. theilung, daß unser Herr H a ch f e l d Protestant und unser Herr Schmitz Katholik ist, und daß sämmtliche Mitglieder unsererRedaktion ebenfalls derchristlichen Confession angehören. Wir legen kein Gewicht darauf, daß diese unsere Berichtigung in die Oeffentlichkeit gelangt. Achtungsvoll gez. Commandit-Ge feilsch. Hachse! d, Schmitz». Co." — Die „Deutsche Wacht" hat sich, wie zu erwarten stand, wohl gehütet diese Berichtigung zu veröffentlichen; sie hat vielmehr am 16. Januar, also nach Empfang des erwähnten Schreibens, -nt einem weiteren gegen das Unternehmen der Herren Hachfeld, Schmitz u. Co. gerichteten Artikel wörtlich gesagt: „DerJudewill daschristliche Sachsen nivelliren!" — Danach müssen w i r Gewicht darauf legen, „daß die Berichtigung in die Oef.fentlichkeit gelang t." D'»s ist um so mehr der Fall, als in der Nr. 22 der Berliner „Staatsbürger-Ztg." der größte Theil des ersterwähnten Artikels reproduzirt und daran die Bemerkung geknüpft wurde, „nun fehle nur noch, die Presse für die jüdischen Zwecke zu monopolisiren". N. S„ Chemnitz. Es ist eine köstliche Ironie der Thatsachen, daß, trotzdem in der antisemitischen Bewegung verschiedene Post- und Telegraphen-Beamte eine nicht unwichtige Nolle gespielt haben, jetzt der „Postassistenten-Verband" von einer Seite heftig angegriffen wird, die ihn bisher cifrigst umworben hat. Ganz abgesehen von der bekannten Stellung des antisemitischen Reichstags-Abgeordneten Zimmermann zu den „Konsum-Vereinen", verdient es festgenagelt zu werden, daß die „Deutsche Zeitung" Di-. Fr. Lange's und die „Antisemitische Korrespondenz" die Absicht des Postassistenten-Verbandes, zehn neue Zweiggeschäfte zu errichten, als eine „Kriegserklärung gegen die berufsmäßige Kaufmannschaft" bezeichnen. R. K., Heidelberg. Wir hatten bereits Kenntniß davon, daß der „Badische Volksbote" aus unserer Erklärung gegen die geplante Errichtung einer jüdischen Töchterschule in Berlin W. den gewagten Schluß gezogen hat, daß die Juden selbst sich nicht einmal die Fähigkeit zutrauen, ihre „höheren Töchter" zu lehren und zu erziehen und daß die Antisemiten deshalb berechtigt seien, gegen den groben Unfug zu protestiren,, daß an christlich-deutschen Schulen jüdische Lehrer und Lehrerinnen unterrichten! — Gegen den groben Unfug eines 'solchen Schluffes hätten wir das Recht zu protestiren, wenn die Sache nicht zu komisch wäre. Hätte der Redakteur des „Bad. Volksboien" den Unterricht jüdischer Lehrer genossen, so würde er solchen Unsinn sicher nicht schreiben!