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Im deutschen Reich · 1897-01-01 · Heft 1 (Januar 1897) · p. 61

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 1 (Januar 1897)
Article
E. S., Berlin
Date
1897-01-01
Page
61 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion. E. S-, Berlin. Wir find davon überzeugt, daß Ihre Anregung ein« wohlgemeinte ist, wollen aber dennoch auf dieselbe nicht eingehen, weil das Urtheil der Freunde der von uns vertretenen Sache ohnehin längst feststeht. Uebrigens haben «8 Hunderte von Anwesenden gehört, daß der Vorfitzende, Herr vr. Horwitz, alsbald nach dem Auftreten des Herrn Löwenstein erklärte, daß nun von einer Akklamations-Wahl selbstverständlich keine Rede sein könne, diese vielmehr ausgeschlossen sei, sobald auch nur ein einziges Mitglied widerspreche, und daß der stellvertr. Vorsitzende, Herr vr. Fuchs, ausdrücklich Herrn Adolf Ginsberg ersuchte, seinen Antrag auf Schluß der Diskussion und Wiederwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder zurückzunehmen. Ferner hat kein Mitglied des Vorstandes, sondern andere Mitglieder des Vereins haben Herrn Professor vr. Strack, von dessen Anwesenheit der Vorstand erst in der Versammlung selbst Kenntniß erhielt, zu der Versammlung eingeladen; jedenfalls ist der Mann, der lange vor uns den Kampf gegen den Antisemitismus aus Humanitäts- und Gerechtigkeitsgefühl aufnahm, der gegen das Blutritual-Märchen mit Entschiedenheit auftrat und der Oeffentlichkeit die Frage vorlegte: „Dürfen die Juden von Religionswegen Verbrecher genannt werden?" jederzeit in unseren Kreisen willkommen! Daß seinen vom Standpunktedes christlichen Theologen aus erklärlichen Ausführungen gegenüber nicht an jenem Abend der jüdische Standpunkt sofort gewahrt wurde, lag einfach daran, daß der Vortragende, Herr Levinstein, sich bereits entfernt hatte, außerdem auch Niemand in der Mitternachtsstunde Neigung verspürte, eine Rede zu halten oder anzuhören. In unfern allgemeinen Versammlungen ist, wie wir dies schon früher erklärten, jeder von Mitgliedern eingeführte vorurtheilsfreie Christ willkommen. S. S., Berlin. Bei geschäftlichen Reklamen sollten die jüdischen Geschäftsleute sich sorgsam vor jeder Taktlosigkeit hüten. Dem „Vorwärts" war kürzlich ein Plakat beigelegt, von dem die „Kreuz- Zeitung" schrieb: „Auf der betreffenden Beilage erblickte man einen Weihnachtstisch mit -dem brennenden Chriftbaum, darüber eine nicht recht erkennbare christliche Figur mit dem Heiligenschein, daneben einen

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