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Im deutschen Reich · 1897-01-01 · Heft 1 (Januar 1897) · p. 56

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 1 (Januar 1897)
Article
Freiburg i. B.
Date
1897-01-01
Page
56 (sequence 2)
Language
German
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66 Im deutschen Reich. D'rum Burschen auf! Ihr steht für Euer Recht, Für Eure und des deutschen Landes Ehre. Daß Ihr die Macht der Schmachbewegung brecht! In Deutschland herrsche nicht die Lügenlehre! Seid stark! Ihr kämpfet ja für Eitles nicht! Auf! Schwöret Euch in dieser Weihestunde, Daß fest Ihr haltet zu Friburgia's hehrem Bunde! Und Euer sei der Sieg! Durch Nacht zum Licht. O Marburg, 13. Januar. In der am 16. d. M. stattgefundenen amtlichen Lehrer-Konferenz des Kreisschulinspektor-Bezirks Marburg sprach der Referent über die entsittlichenden Wirkungen der Thierquälerei und über die Aufgaben, die der Schule auf diesem Gebiete erwachsen. Bei der sehr lebhaften Diskussion, die sich an dieses Referat anknüpfte, sagte der Ortsschulinspektor der katholischen Schule, Pfarrer Di*. Weber, über die Schächtfrage, er stehe den Bestrebungen für Thierschutz wohlwollend gegenüber, aber er halte es für seine Pflicht, darauf aufmerksam zu machen, daß auch in den thierschützlerischen Bestrebungen gewisse Grenzen einzuhalten seien. Die Grenzlinie erblicke er in der biblischen Anschauung, daß das Thier zum Nutzen des Menschen geschaffen sei. Deshalb halte er es beispielsweise für bedenklich, gegen die Vivisektion vorzugehen, trotzdem sie dem Thiere die entsetzlichsten Qualen bereite, noch bedenklicher aber erscheine ihm die Agitation der thierschützlerischen Kreise gegen das jüdische Schächten. Hier handle es sich um eine Frage der Gervissensfreiheit, um eine religiöse Ueberzeugung, die sich nach jüdischer Anschauung sogar auf ein biblisches Gebot gründe. Hier hätten die thierschützlerischen Bestrebungen Halt zu machen. In seiner Eigenschaft als ärztliches Mitglied der städtischen Schuldeputation erklärte der anwesende König!. Kreisphysikus, Professor Dr. O. v. Hausinger, ihn interessire die Schächtfrage nach ihrer physiologischen Seite. Er theile in dieser Beziehung den Standpunkt des Rabbiners Dr. Munk. Es bedürfe keiner gründlicheren, naturwissenschaftlichen Bildung, um zu wissen, daß der Tod durch Verblutung ein fast schmerzloser sei. Beim Schächtakt würden die größten und inhaltreichsten Blutgefäße durchschnitten und dadurch eine sofort eintretende Blutleere des Gehirns* bewirkt. Die Bewußtlosigkeit sei eine momentane. Es sei bedauerlich, daß durch eine im Grunde genommen religionsfeindliche Bewegung in dieser Frage so viel Unklarheit und Verwirrung erzeugt worden sei. RH Genf, 25. Dezember. Der Professor an der hiesigen Uni-

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