Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1897)
- Article
- Fürth
- Date
- 1897-01-01
- Page
- 54 (sequence 2)
- Language
- German
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54 Im deutschen Reich. in seiner Heimalh Fürth von einer gesegneten und erfolgreichen Berufstätigkeit auszuruhen. Aber selbst in diesem Ruhestand blieb der zum Hofrath Ernannte nicht müßig, sondern war der fleißigste wissenschaftliche Hilfsarbeiter seines Schwiegersohnes, des Justizraths Josephthal in Nürnberg. <ä» Freiberg i. S., 9. Januar. Mit der größten Verwunderung über die dreiste Verlogenheit mancher Berichterstatter erfüllte Alle, welche hier davon Kenntniß nahmen, folgende in der Nr. 6 des Dresdener Antisemitenblattes „Deutsche Wacht" am 6. d. Mts. veröffentlichte Notiz aus Freiberg: „Schlag 12 Uhr in der Neujahrsnacht entstand in dem Waarenlager der hiesigen Filiale des „Hamburger Waarenhauses" (!) ein Brand; es ist dies seit Kurzem das zweite jüdische Geschäft, in dem das Lager durch Feuer vernichtet wurde. Die Ladenbrände hatten seit dem Brande des jüdischen Geschäfts in der Weingasse zwei Jahre lang ausgesetzt." Das ist ein nettes Pröbchen antisemitischer Berichterstattung! Der alleinige Inhaber des Hamburger Engros - Geschäfts, Emil Martiessen, ist nicht Jude und auch nicht jüdischer Abstammung; er kündigte vor 1% Jahren hier seine Etablirung mit den Worten an: „Eröffnung eines rein christlichen Geschäfts." Es ist also schon deshalb unwahr, daß dies hier seit Kurzem das zweite jüdische Geschäft ist, in dem das Lager durch Feuer vernichtet wurde. Der Ladenbrand bei Robert Keßler in der Weingasse fand nicht vor zwei, sondern vor sechs Jahren statt; seitdem ist hier bei keinem Juden ein Brand vorgekommen. E£j Zittau i. S., 1. Januar. Bei der am 17. v. Mts. von dem Verweser des sächs. Oberrabbinats, Rabbiner Dr. Winter aus Dresden, in der hiesigen Religionsschule abgehaltenen Prüfung waren der Schulrath Profeffor Michael und der Bürgerschuldirektor Schunack anwesend. Auf die am Schluffe der Prüfung von dem Schulrathe gehaltene herzliche Ansprache erwiederte Rabbiner Dr. Winter mit dem Ausdruck innigen Dankes für das der jüdischen Religionsschule jederzeit gewidmete rege Interesse. Sodann hob der Vorsitzende des Gemeindevorstandes Glaser in beredten Worten hervor, daß der jetzt nach fast fünfzigjähriger amtlicher Thätigkeit in den Ruhestand tretende Schulrath Profeffor Michael zur Gründung* der jüdischen Religionsschule seiner Zeit die Initiative ergriffen und in einer gemeinschaftlichen siebzehnjährigen Thätigkeit ihm immer ein treuer Berather und eifriger Helfer gewesen sei. □ Heidelberg, 25. Dezember. Wie der „Badische Volksbote" berichtete, hat der ehemalige Redakteur dieses Antisemitenblattes,