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Im deutschen Reich · 1897-01-01 · Heft 1 (Januar 1897) · p. 51

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
3 (1897)
Issue
Heft 1 (Januar 1897)
Article
Nordhausen
Date
1897-01-01
Page
51 (sequence 1)
Language
German
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Korrespondenzen. 51 X Nordhausen- 3. Januar. In der letzten Nummer des „Deutschen Wochenblattes" wird als Grund für das Eingehen dieses antisemitischen Parteiorgans angegeben, daß der bisherige verantwortliche Redakteur desselben, Buchdruckereibesitzer Witt, den Verlag des Kreisblattes übernommen habe. Liegnitz, 25. Dezember. Aus Anlaß seiner verdienstlichen vierzigjährigen Thätigkeit in der städtischen Gemeinde - Verwaltung wurde dem Stadtrath Adolf Prager das Ehrenbürgerrecht verliehen. Der Jubilar gehörte auch längere Zeit dem Kreisausschusse und als Vertreter des Liegnitzer Landkreises dem schlesischen Provinziallandtage an. X Leobschütz, 1. Januar. Der hier am 17. v. Mts. im 82. Lebensjahre dahingeschiedene Ehrenbürger unserer Stadt, Kommerzienrath M. T e i ch m a n n , hat als Begründer der hier unter seiner Firma bestehenden Wollwaarenfabrik in Leobschütz diese Industrie eingeführt, durch welche die ärmere Bevölkerung einen lohnenden Erwerbzweig fand. 15 Köln, 15. Januar. Ein wackerer jüdischer Arbeiter, der Lackirer Jacob Salomon, beging am 16. v. Mts. das Jubiläum seiner 50 jährigen Thätigkeit in der Kgl. Eisenbahnwerkstätte zu Deutz. Der Jubilar wurde durch den Eisenbahn-Direktor Nöh aus Düsseldorf im Beisein sämmtlicher Beamten und des Arbeiter- Ausschusses der Werkstatt beglückwünscht. Gleichzeitig wurde ihm ein Anerkennungsschreiben und ein Geldgeschenk überreicht. Von den Beamten der Werkstätte und den Mitarbeitern des Jubilars wurde zu Ehren desselben in dem großen Eske'schen Saale in Deutz ein Fest veranstaltet. Die „Kölnische Volkszeitung" verweist ihre katholischen Leser auf das von dem Antisemiten Hans von Mosch verfaßte Flugblatt des „Germanischen Volksbundes". Hans von Mosch sagt: „Schwarz, Roth, Gold sind die Farben zum Zeichen des Kampfes gegen die schwarze, die rothe, die goldene Internationale und für ein freies, glückliches Germanenreich." Nach den bei Mosch und Genossen üblichen Ausfällen gegen die Juden wendet sich der Hamburger „Germanenführer" mit dem orientalischen Typus und dem alttestamentlichen Namen nach der anderen Seite und eifert: „Lerne wieder unterscheiden, Germane, zwischen dem Kern und der Schale, zwischen reiner heiliger Religion und — pfäffischem Dogmenzwang! Die schwarze Internationale ist deine Todfeindin!. Wenn Rom groß war, war Deutschland klein; lerne aus der Weltgeschichte!" Schärfer ist der Antisemitismus auch gegen die Juden niemals vorgegangen!

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