Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1896)
- Article
- R. L., Berlin
- Date
- 1896-12-01
- Page
- 644 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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644 3m deutschen Reich. M . .halt die Sch.. Verfl. A . bedacht und dies nur mit 50 Mk. Geldstrafe zu büßen hatte, weil er versicherte, an jenem Tage etwas angeheitert gewesen zu sein und den Lademeister nicht als Beamten erkannt zu haben. D. L., Berlin. Was Sie aus Anlaß der in der „Staatsbürger-Ztg." vom 10. d. M. enthaltenen „besonderen Mittheilungen" aus H a t t i n g e n (Ruhr) über die Betheiligung von Juden an Weihnachtsbazaren schreiben, scheint uns voll" kommen zutreffend. Der Vorfall in Hattingen ist aber durchaus harmlos, denn dort handelte es sich gar nicht, wie in der „Staatsbürger-Ztg." — wir wollen sagen: irrthümlich! — behauptet wird, um einen „christlichen Weihnachts-Bazar"! Auf unsere Anfrage ist uns aus Hattingen folgender Bescheid geworden: „In der Bürgerschaft war der Wunsch rege geworden, einen Wohlthätigkeits- Bazar zu veranstalten, aus dessen Erlös Arme jeder Konfession unterstützt werden sollten. In der zu diesem Behufs einberufenen Versammlung ist u. A. auch ein Jude in's Komitee gewählt worden. Sodann wurde seitens des Komitees durch Herrn Bürgermeister Falk ein Aufruf erlassen, daß sich Damen, welche bereit seien, sich für den Verkauf zu interessiren, melden möchten. Diesem Aufruf haben Damen aus den angesehensten Familien, auch einige jüdische Damen, Folge geleistet. Der Bazar, welcher an drei Abenden geöffnet war, ist ohne irgend eine Störung glänzend verlaufen. Bon Antis e m i t i s m u ö zeigte s i ch keine Spur!" Miles, Braunschweig. Anonyme Zuschriften können wir unmöglich berücksichtigen. Wünschen Sie eine weitere Verfolgung Ihrer Sache, so müssen Sie uns sich selbst und außerdem noch einen Gewährsmann nennen. Frau L. M., Posen. Das Kapitel „Christliche Dienstboten in jüdischen Häusern" gehört zu dem eisernen Bestand der antisemilischen Presse, welche sich unablässig bemüht, durch wahre Schauergeschichten Dienstsuchende davon abzuhalten, Beschäftigung bei Juden zu suchen. Sie brauchen sich darüber nicht zu ereifern, denn dieser alte antisemitische Schwindel zog stets so wenig, daß es zu allen Zeiten in. jüdischen Häusern treue nichtjüdische Dienstboten gegeben hat, welche wie Glieder der Familie behandelt worden sind. Selbst die wahrlich wenig judensreundliche Kreuzzeitung sah sich dieser Tage gezwungen zu berichten, daß von den am 24. November vom „Berliner Hausfrauenverein" prämiirten 34 treuen Dienstboten diejenigen, welche hier in Berlin auf die längste Dienstzeit in derselben Familie zu-