Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 11 (November 1896)
- Article
- N. M., Berlin
- Date
- 1896-11-01
- Page
- 589 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 589 für die Jnternationalität der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezeichnet wurde, so zeugt dies von einer köstlichen Naivität. Die Freunde der „Staatsbürger-Zeitung" haben für ihre Parieibezeichnung zu einem Fremdwort greifen müssen und auch auf ihren „Chef- Redacteur“ trifft das Wort zu: „Ein solcher Mann kann keinen Franzmann leiden, doch Drumonts Schimpfereien nimmt er gern!" °^> Kicherschau. Kein Judenstaat, sondern Gewissensfreiheit. — Eine Entgegnung auf Di'. Theodor Herzlos „Der JudenstaaL" von Dr. Ludwig Ernst. Leipzig und Wien 1896. Die Herzliche Broschüre ist in dem Leitartikel des Aprilheftes dieser Zeitschrift von Carl Gustav eingehend besprochen worden. Es ist dort nicht bloß das Unmögliche und Undurchführbare des Herzlichen Vorschlages, daß die Juden aller Länder Europas nach Palästina auswandern und dort einen eigenen Staat bilden sollen, nachgewiesen worden, es ist auch mit Recht gesagt, daß weitaus den meisten deutschen Staatsbürgern jüdischen Glaubens die Anschauungen und Wünsche Herzlos völlig fremd sind. Bei den Juden in Deutschland ist der Trieb zum Valerlande und der politische Sinn stark genug, daß alle Ausschreitungen des Antisemitismus, alle Zurücksetzungen seitens der Behörden in ihnen nicht das Bewußtsein erschüttern können, daß man sich bei Ausübung des Staatsbürgerrechts von nichts Anderem als von der Liebe zum Vaterlande leiten lassen darf. Gustav macht (Seite 193) mit Recht darauf aufmerksam, daß ein solcher Rückfall in jüdisch-nationale Bestrebungen nur durch die politischen Verhältnisse in der Heimath Herzl's zu erklären ist. „Ein österreichisches Staatsbewußtsein in dem Sinne unseres deutschen existirt zur Zeit nicht mehr. Es giebt dort nur deutsches, czechisches, polnisches, ruthenisches rc. Nationalbewußtsein, das die gegebene Staatseinheit höchstens als etwas Gegebenes ansieht. Dieser Umstand macht es begreiflich, daß einmal bei einem österreichischen Juden das Verlangen ungestörter Ausübung seiner religiösen Pflichten den Sieg über Heimaths- und Staatsgefühl davontragen konnte." — Nunmehr hat ein Landsmann Herzl's, Dr. Ernst, auf dessen Schrift geantwortet. Er verwirft ebenso entschieden wie Carl Gustav die Herzlichen Phantastereien und macht mit- Recht geltend, daß ein Staat wie jeder Organismus