Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 11 (November 1896)
- Article
- Brünn [Nachricht]
- Date
- 1896-11-01
- Page
- 584 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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684 )m deutschen Reich. * Brünn, 20. November. Die Statthalterei löste den hiesigen Verein deutscher Techniker „Sudetia" auf, weil derselbe jüdische Hörer nicht für satisfaküonsfähig erklärte. 0 Kremsier, 1. November. Seitdem in den ersten Oktobertagen eine christliche Magd unter Mitnahme einiger Sachen nächtlich den Dienst bei der jüdischen Familie Fischer verlassen hatte, war nicht nur diese, sondern fast jeder hiesige Jude trotz polizeilicher Ueberwachung der hiesigen Judengasse den ärgsten Bedrohungen ausgesetzt, bis endlich die verschwundene Magd gefunden und vom Gensdarmen in das Gefängniß abgeführt wurde. Obgleich der‘ Bürgermeister Dr. Pistacky dies sofort bekannt machen und die Ruhestörer energisch verwarnen ließ, hat sich die hier herrschende Aufregung noch nicht gelegt. CD Budapest, 15. November. Graf Theodor Andrassy spendete der israelitischen Gemeinde in Gaszees 25 000 Gulden zur Erbauung einer Synagoge. — In nächster Zeit wird hier ein Minifterialreskript erscheinen, das jene Geistlichen, welche die Eintragung von Legitimirungen von Kindern bei nachträglich staatlich geschlossenen Ehen zwischen Juden und Christen verweigern, mit strengen Strafen bedroht. Der Journalist Koloman Hoska hatte in dem „Magyar All am" zwei antisemitische Hetzartikel veröffentlicht, welche die Oberstaatsanwaltschast veranlaßten, Anklage zu erheben. Die Geschworenen bejahten die Schuldfragen mit acht gegen vier, beziehungsweise zehn gegen zwei Stimmen, worauf Hoska zu zwei Monaten Gefängniß und 20 Gulden Geldstrafe verurtheilt wurde. Der Pfarrer I. V. Knezitts, welcher seit Jahren gegen die kirchenpolitischen Vorlagen und die Juden aufreizende Reden hielt, war deshalb kürzlich zu 6 Monaten Gefängniß und 500 Kronen Geldstrafe verurtheilt worden. Die Königl. Tafel hat diese Strafe auf ein Jahr Gefängniß erhöht und die Königl. Kurie dieses Urtheil bestätigt. Der Landmann JoachimRadoy hatte in Nag y Szeben in Siebenbürgen ein Bild ausgestellt, welches den angeblichen Ritualrnord in Tisza-Eszlar veranschaulichte. Der dem Bilde angefügte Text besagte, die Juden in Eszlar hätten dem Chriftenmädchen das Leben genommen und ihr Blut zu rituellen Zwecken verwendet. Der königlich-ungarische Gerichtshof erblickte darin eine Aufreizung gegen die israelitische Religion und verurteilte Radoy zu 2 . Wochen Gefängniß und 10 fl. Geldstrafe. X Petersburg, 10. November. Im Gouvernement Beffarabien und in der Krim wurden die Juden aus den Dörfern des Weinbau- Rayons s. Z. ausgewiesen, damit die Bauern von ihnen nicht beim