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Im deutschen Reich · 1896-11-01 · Heft 11 (November 1896) · p. 578

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 11 (November 1896)
Article
Frankfurt a. M.
Date
1896-11-01
Page
578 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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678 Im deutschen Reich. die Namen derjenigen Ortsbewohner verzeichnet standen, die am letzten deutsch - französischen Kriege theilgenommen haben. Unter diesen befanden sich auch die jetzt in Frankfurt a. M. wohnenden Juden Wolf und Löser Steigerwald. Als der Ortsgeistliche die Anbringung der beiden israelitischen Namen verbot, erhoben die beiden Juden Beschwerde. Darauf ging dem Dörnigheimer Pfarrer seitens des Landrathsamts in Hanau die Aufforderung zu, die beiden Steigerwald zu benachrichtigen, daß die Gedenktafel mit ihren Namen in der Kirche aufgestellt wird, was inzwischen geschehen ist. Die Dörnigheimer Kriegskameraden hatten beschlossen, daß, im Falle die beiden israelitischen Namen nicht auf die Tafel gesetzt werden dürften, die Errichtung einer Tafel ganz unterbliebe. — München, 11. November. Das Hinscheiden des hochverdienten Landtagsabgeordneten Carl M a i s o n hat in den weitesten Kreisen der bayerischen Hauptstadt die lebhafteste Theilnahme erweckt. Bei der Beerdigung waren u. A. der Staatsrninister Freiherr von Crailsheim und der Präsident der bayerischen Abgeordnetenkammer von Walter auf dem jüdischen Friedhose anwesend. Nach der Grabrede des Rabbiners vr. Werner und den rituellen Gebeten widmete Medizinalrath Dr. Aub dem Dahingeschiedenen im Namen der liberalen Vereinigung der Abgeordnetenkammer Worte ehrender Anerkennung. Hierauf legten Landtagsabgeordneter Geiger im Namen der Centrumsfraktion, Magistratsrath Seyboth für den Ausschuß der deutsch-freisinnigen Partei, Justizrath Kraußold im Aufträge des Vereins „Frei München", Kommerzienrath Weidert als Vorsitzender der Handels¬ und Gewerbekammer von Oberbayern, Konsul Steub im Namen der Konsuln Münchens, Kaufmann Grünhut als Vertreter des Vereins deutscher Geschäftsreisender und Magistratsrath Fischer im Namen der „Loge zur Kette" prachtvolle Kränze nieder. — Die Wittwe des Baron Hirsch hat für eine „V o l k s h e i l st ä t t e" in München 100 000 Mark gespendet. — Nachdem in Hage n i. der mit antisemitischen Flugblättern getriebene Unfug zu einer Verurtheilung geführt hat, welche den Berveis lieferte, daß nicht nur der von Sozialdemokraten verübte Boykott-Unfug strafbar ist, scheint § :t6011 hier and) auf andere Leute Anwendung zu finden. Das hiesige antisemitische „Deutsche Bolksblatt", dem zwei Strafmandate zugingen, meldet dies selbst mit folgenden Worten: „Der grobe Unfug, diese Errungenschaft unserer modernen Rechtswissenschaft, wurde darin gefunden, daß in einem Briefranzel des „Deutschen Volksbl." die Aushungerung unserer sehr verehrten „mosaischen Mitbürger" durch Anempfehlung der strengen Beobachtung des Grundsatzes „Kauft

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