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Im deutschen Reich · 1896-10-01 · Heft 10 (Oktober 1896) · p. 534

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 10 (Oktober 1896)
Article
Josef [Rezension]
Date
1896-10-01
Page
534 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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534 Im deutschen Reich. Dasein führen. Die Sprache ist eine edle und gedankenvolle, die Charakterzeichnung ist zumeist eine richtige und scharf ausgeprägte. Trotzdem dürste sich das Stück nur für die Lektüre, nicht aber für die Bühne wirksam erweisen, weil die Nebenfiguren des Richard Wilner (Josefs Vater) und der Gretel Wreschner weit sympathischer sind und weit besser in den jüdischen Familienrahmen passen, als die Figur des atheistischen Ehrgeizigen, welchen der Autor zum Helden des Stückes machen wollte, ohne ihm die Kraft zu geben, fich durch widrige Schickungen männlich durchzukämpfen? Die Flucht Josefs aus dem Leben in dem Augenblick, wo der aus übergroßer Liebe zu dem Sohne völlig in's Elend gebrachte Vater ein erhöhtes Anrecht auf seinen Beistand hat, wo er von ihm Rückkehr zu Gott und bescheidene Einfügung in einfache Verhältnisse erhofft, ist durch nichts gerechtfertigt. Dieser Schwächling, den übrigens nur noch die Liebe zur Familie mit dem Judenthum verbindet, wird nicht das Opfer der Verhältnisse, sondern seines krankhaften Ehrgeizes und des Mangels an Pflichtgefühl. Um so mehr heimelt das Wesen der sich für ihn opfernden Familie an, die ebenso wie die minder gemüthvollen Personen des Stückes und manche stimmungsvolle Szene desselben treu nach dem Leben gezeichnet zu sein scheint. □ Bei der Redaktion ist eingegangen: Heinrich Treter: Junge Liebe. 3. Auflage. (Verlag der K. Hofbuchhandlung Heinrich Dieter in Salzburg). Für die Rubrik: „Bücherschau" bitten wir die Herren Verleger um Einsendung von Schriften, die sich zur Besprechung in der Zeitschrift „Im deutschen Reich" eignen. Die Redaktion.

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